Konrad Schlaipfer

Konrad Schlaipfer

* 13.11.1942
† 24.05.2013
Erstellt von Merkur und TZ
Angelegt am 28.05.2013
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Konrad Schlaipfer, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Zur Erinnerung an Konrad Schlaipfer

29.05.2013 um 08:44 Uhr von Merkur und

 

Konrad Schlaipfer war ein Mann der Kirche. Ganz losgelassen hat ihn der Glaube nie. Auch nicht nach dem Ruhestand, als der Studiendirektor den Schülern am Werdenfels-Gymnasium nicht mehr die Lehren der katholischen Religion vermitteln musste. Seit 2007 widmete er sich der Kirche privat. Noch am Pfingstsonntag hat er den Gottesdienst am Grainauer Musikpavillon mitgestaltet. Es war sein letzter. Nun ist Konrad Schlaipfer im Alter von 70 Jahren gestorben.
Ganz überraschend, völlig unerwartet für seine Frau, die drei Kinder und zahlreiche Weggefährten. „Ich hab’ das noch gar nicht wirklich realisiert“, sagt Elke Hildebrandt. Es ging viel zu schnell. Knapp 15 Jahre sangen die beiden zusammen im Grainauer Kirchenchor. „Er hatte eine hervorragende Stimme“, schwärmt sie. Der Tenor war gefragt. Bei den Passionsspielen 2010 stand er mit dem Chor auf der Bühne, auch bei „Moses“ sollte er ab Juli im Passionstheater singen. Vieles hatte sich der Garmisch-Partenkirchner noch vorgenommen. „Es ist sehr bedauerlich, dass ihm eine längere Pensionierung nicht vergönnt war“, sagt Dr. Ludwig Rothmayr, der Schlaipfer 30 Jahre lang als Kollege erlebte.
Und zwar als einen, der allseits beliebt war. Bei Schülern wie bei Lehrern. „Bei mündlichen Abiturprüfungen war er ein gern gesehener Prüfer“, erinnert sich Rothmayr. Seine gewinnende und gütige Art nahm den Schülern die Nervosität. Schlaipfer unterrichtete neben katholischer Religionslehre Deutsch und Geschichte. Mit der Vermittlung von Wissen allein war es für ihn aber nicht getan. Er leitete die Lernmittel-Bücherei, brachte Ordnung in die Bestände und band die Bücher ein, damit sie länger brauchbar sind. Alles freiwillig, oft an schulfreien Tagen. Zudem sang Schlaipfer im Lehrerchor und organisierte Schulgottesdienste. Er war eben ein Kirchenmann.
Als solcher „reißt er in Grainau eine große Lücke ins kirchliche Leben“, erzählt Kurt Aschenbrenner. Denn in der Pfarrei St. Johannes der Täufer verbrachte Schlaipfer, der viele Jahre in Grainau wohnte, seine Freizeit. Als Lektor, Kantor und Kommunionshelfer unterstützte er die Gemeinde. Für den Früh-Gottesdienst an Fronleichnam war er ebenfalls eingeteilt. Es tut weh, einen Menschen wir Schlaipfer verloren zu haben. Auch wegen seiner großen Lebensfreude, die er überall versprühte. „Er war ein sehr geselliger Mensch.“ Einer, „der immer wahnsinnig lustig war. Er hatte einen ganz feinen Humor“, berichtet Hildebrandt. Sein Lachen fehlt schmerzlich an allen Ecken.
(nine)