Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Wolfgang Meisner, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
24.08.2009 um 09:38 Uhr von Merkur /Er war im Landkreis eine bekannte und gern gesehene Boxgröße, später kauften Alt und Jung an seinem Bahnhofskiosk ihre Zeitung oder ein Eis: Wolfgang Meisner, in den 50er-Jahren ein erfolgreicher Bantam- und Federgewichtboxer, ist kürzlich im Alter von 82 Jahren verstorben.
Der heutige Trainer und frühere Staffelkamerad Wolfgang Schwamberger erinnert sich an den Sportler Meisner als einen, "der immer einen sauberen Stil boxte". Nicht nur als Sportler sei er gern gesehen gewesen, betont der Vereinskamerad. Meisner sei auch ein wunderbarer Mensch gewesen. Seinen Weggefährten besuchte Schwanberger bis zum Schluss regelmäßig.
1944, als 17-Jähriger, wurde der gebürtige Königsberger Meisner zum Wehrdienst eingezogen. Nach Kriegsende kam er in amerikanische Gefangenschaft in das Lager in Emmering.
"Zu dieser Zeit wurde auch der BC Piccolo gegründet. Der Papa war eines der ersten aktiven Mitglieder", sagt der Sohn, Joachim Meisner.
Fünfeinhalb Jahre lang kämpfte Meisner unter dem Spitznamen "Gentleman-Boxer" für den BC Piccolo. Meisner bestritt 68 Kämpfe, davon konnte er 48 Siege verzeichnen, zehn Unentschieden erkämpfen, und musste lediglich zehn Niederlagen einstecken. "Mein Vater war ein Techniker, kein Schlägertyp", berichtet Joachim Meisner.
Auch beruflich scheute der eher zierliche 60-Kilo-Mann keine körperlich anstrengenden Herausforderungen: Nach seiner Gefangenschaft erlernte er bei der Brucker Baufirma Hoch das Maurerhandwerk, das er bis 1964 ausübte.
Im August 1954 lernte Wolfgang Meisner seine künftige Frau Herta bei einer Tanzveranstaltung im Marthabräukeller kennen. Die beiden heirateten 1955. Im gleichen Jahr kam das erste Kind des Paares zur Welt. Dem erstgeborenen Sohn Hans folgten Joachim und Christine.
Im Jahr 1957 trat Meisner seinen achtjährigen Dienst als Bundeswehrsoldat im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck an. Und 1960 nahm sein Traum vom Eigenheim Gestalt an. Das Ehepaar baute im Brucker Westen. Nach der Zeit bei der Bundeswehr übernahm Wolfgang Meisner den Bahnhofskiosk an der Haltestelle Fürstenfeldbruck. Sohn Joachim, der eine kaufmännische Laufbahn eingeschlagen hatte, wollte dieses Geschäft weiterführen. "Wir drei Kinder sind im Kiosk aufgewachsen und ich hab' meinen Spaß daran gefunden", sagt Joachim Meisner. So hatten das auch die Eltern geplant. Zehn Jahre lang führte der Sohn den Kiosk weiter.
Seine Eltern feierten ihre Goldene Hochzeit im Jahr 2005 in der Klosterkirche Fürstenfeldbruck. Und das, obwohl sie ihren Altersruhesitz mittlerweile nach Niederbayern verlegt hatten. Als Wolfgang Meisner seine Geschäfte in Bruck abgab, zog er sich mit seiner Frau ins Feriendorf Ebersberg der Gemeinde Windorf in Niederbayern zurück. Dort wollte er seinen Ruhestand verleben. Anfang Juli diesen Jahres erfuhr die Familie von seiner Krebserkrankung. Der bis dahin und bis zum Schluss geistig und körperlich fitte Wolfgang Meisner entschied sich, keine Chemotherapie zu machen. Er starb im Kreise seiner Lieben.
Angi Kiener