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Wolfgang Burkhart

* 19.09.1935
† 29.09.2010
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Wolfgang Burkhart, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, München

13.10.2010 um 17:06 Uhr von Merkur /
Wenn er bei seinen Tomaten- und Gurkenpflanzen und bei dem vielen anderen Gemüse im Garten sein konnte, dann war Wolfgang Burkhart in seinem Element: Kürzlich erlag der ehemalige Gemeindemitarbeiter im Alter von 75 Jahren einem Krebsleiden. Den leidenschaftlichen Gärtner sah man selten ohne Tracht oder ohne Hut. Urlaub machte er in der Lederhose und auf Festen zog er stets seine Miesbacher Tracht an. "Die Eltern meines Mannes waren Gründungsmitglieder des Trachtenvereins Almfrieden, und mein Wolfgang wuchs quasi in der Lederhose in die Tradition der Trachtler hinein und war über 50 Jahre Mitglied im Almfrieden", erzählt Ehefrau Sieglinde. 20 Jahre war Wolfgang Burkhart Fahnenträger, lange Jahre Vorsitzender und auch zweiter Vorplattler im Trachtenverein. Mit seiner Sieglinde war er 53 Jahre verheiratet. Das Paar bekam einen Sohn: Georg - den sie allerdings immer "Girgl" oder "Schorschi" riefen. Kennengelernt haben sie sich schon in jungen Jahren: "Er war 17 und ich 18 Jahre alt, als wir uns beim Tanz in der Bahnhofswirtschaft in Gröbenzell verliebten; geheiratet haben wir allerdings erst sechs Jahre später." In der Gröbenbachgemeindel wuchs Wolfgang Burkhart auf und besuchte die örtliche Volksschule. Danach machte er eine Lehre als Akkordeonbauer in Puchheim. Als Geselle musste er allerdings bald beruflich umsatteln, denn der Betrieb meldete Konkurs an. Nach 25 Jahren Arbeit als Lastwagenfahrer beim Bahnexpress stellte ihn die Gemeinde als Gärtner an. Denn es hatte sich im Ort herumgesprochen, dass er einen, wenn nicht gar zwei grüne Daumen hatte. 20 Jahre kümmerte er sich geflissentlich um die Grünanlagen der Kommune. Mit 60 Jahren ging er in den verdienten Ruhestand. Doch das Garteln blieb seine Leidenschaft bis zum Schluss. Neben dem Garten rund ums eigene Haus bestellte er ein weiteres Grundstück und zog dort seine Pflanzerl im Treibhaus groß. Wenn er sich vom Aussäen, Unkraut jäten oder Ernten erholte, saß er auf seinen Gartenstuhl vor dem Gewächshaus im Grünen. "Dass unser Schorschi Gärtner lernte und im Botanischen Garten in München arbeitet, das hat ihn einfach von Herzen gefreut", erzählt die Ehefrau. Und der Sohn fügt hinzu: "Erst hab ich vom Papa gelernt und später er von mir - wir haben uns immer gut ausgetauscht." Ruhig, bescheiden aber schon auch zielstrebig - so beschreibt die Familie Wolfgang Burkhart. Seine Krebsdiagnose erhielt er erst vier Wochen vor seinem überraschenden Ableben. "Er war froh, dass er daheim bleiben konnte", berichtet die Ehefrau. Sein Bett rückte die Familie an die Fensterfront im Wohnzimmer, damit er immer einen Blick in seinen geliebten Garten werfen konnte. Als es zu Ende ging, stellte der Sohn seinem Vater einen frisch gepflückten Blumenstrauß ans Bett. "Er konnte nicht mehr selber rausgehen und so wollte ich ein Stückerl Garten zu ihm bringen", erzählt der Sohn. An seiner Seite schlief sein Papa schließlich friedlich ein. ak