Profilbild Willy De Clercq

Willy De Clercq

* 08.07.1927
† 28.10.2011
Erstellt von Merkur und TZ

886 Besuche

Freunde auf diese Seite einladen

Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Willy De Clercq, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion, München

01.11.2011 um 22:26 Uhr von Merkur /
Der langjährige EU-Politiker Willy De Clercq ist tot. Der Belgier verstarb am 28. Oktober im Alter von 84 Jahren in seiner Heimat Gent. Er hatte sich zunächst als liberaler Politiker in Belgien, später als EU-Kommissar und Mitglied des Europäischen Parlaments einen Namen gemacht. De Clercq erblickte am 8. Juli 1927 in Gent das Licht der Welt. Obwohl er Jura studiert hatte und beim Appellationsgericht in Gent und als Professor an der Universität Gent und der Vrije Universiteit Brusse eine erfolgreiche Anwaltskarriere gestartet hatte, wechselte er schließlich in die Politik. Als Mitglied der Liberalen Jugend wurde er zum städtisches Ratsmitglied und Parlamentsmitglied. In der damaligen liberalen Partei Partij voor Vrijheid en Vooruitgang war er lange Jahre Präsident. De Clercq diente als Haushaltsminister von 1960 bis 1961, stellvertretender Premier- und Haushaltsminister von 1966 bis 1968, stellvertretender Premier- und Finanzminister von 1973 bis 1974 und stellvertretender Premierminister im Jahre 1980 in verschiedenen Koalitionsregierungen. Auch international machte er sich vor allem in der Währungspolitik einen Namen. Während der 1970er Jahre war er Präsident beziehungsweise Gouverneur verschiedener internationaler Institutionen, die sich mit diesem Thema beschäftigten. Vom Ende der 1970er Jahre bis 2004 dauerte De Clercqs EU-Karriere an. Mitglied des Europäischen Parlaments war er zweimal von 1979 bis 1981 und von 1989 bis 2004. Zwischen diesen beiden Perioden saß der Belgier in der Kommission Delors I als europäischer Kommissar für Handel und Außenpolitik. In seine Zuständigkeit fiel die Vorbereitung des Europäischen Binnenmarktes, der durch die Einheitliche Europäische Akte beschlossen war. Darüber hinaus zeichnete er auch für die Zusammenarbeit mit den Ländern der EFTA verantwortlich. Am 6. Januar 1985 wurde De Clercq vom belgischen König Baudouin I. zum Staatsminister ernannt. Damit war er bis zu seinem Tode auch Mitglied des Kronrats. 2006 wurden De Clercq und seine Frau Fernande Fazzi vom König als Burggraf und Burggräfin sogar in den Adelsstand erhoben.De Clercq war bereits seit einiger Zeit gesundheitlich angeschlagen. Er hatte vor seinem Tod mehrere Wochen in der Geriatrie und in der Palliativabteilung des Universitätskrankenhauses in Gent verbracht.