Wilhelmine Reichsfrau von Freyberg-Eisenberg

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Von Trauer.de Redaktion, München

27.09.2008 um 22:01 Uhr von Merkur und
Wenige Tage vor ihrem 96. Geburtstag ist Wilhelmine Reichsfrau von Freyberg-Eisenberg verstorben. Die Baronin, so nannte man die Verstorbene, lebte bis zu ihrem Tod viele Jahrzehnte lang auf Schloss Jetzendorf und war eine allseits geschätzte Standesperson. Sie verwaltete zusammen mit ihrem schon verstorbenen Mann Alfred Reichsfreiherr von Freyberg-Eisenberg das seit 1812 in Familienbesitz befindliche Gut Jetzendorf bis fast zu ihrer Goldenen Hochzeit 50 Jahre lang, bis sie es beide ihrem ältesten Sohn Hans Christoph übergaben. Die Verstorbene war zwei Söhnen und einer Tochter eine gute Mutter. Die besondere Freude der sehr intelligenten und stets besonnenen Frau galt den sieben Enkeln und sechs Urenkeln. Das öffentliche Engagement war der Baronin ein großes Anliegen. Seit 1966 engagierte sie sich im Katholischen Frauenbund Jetzendorf, den einst ihre Schwiegermutter gegründet hatte. Seit 1992 ist sie Ehrenmitglied dieser christlichen Frauenvereinigung. Nach dem vatikanischen Konzil hat sie sich bis in die späten 80er Jahre im Pfarrgemeinderat engagiert, bis sie schließlich von ihrer Schwiegertochter aus Uruguay abgelöst wurde. Die Jetzendorfer Schlosskonzerte waren ihr in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Intendanten Armin Schiele stets ein großes Anliegen. Dass die Verstorbene eine gebürtige Münchnerin war, wissen nur wenige in Jetzendorf. In der Landeshauptstadt hat sie als zweites von drei Kindern der Eheleute Leopold Krafft von Dellmensingen und dessen Frau Isabella das Licht der Welt erblickt. Beide Elternteile kamen aus dem Bereich des höheren Beamtentums im Königreich Bayern. Die Verstorbene erlernte nach dem Abitur in Kloster Zangberg den Beruf der Krankengymnastin. Sie war als solche 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin tätig und behandelte dort unter anderem den damals fast heldenhaften Goldmedaillen-Springreiter von Wangenheim. Ihren Mann, Alfred Reichsfreiherr von Freyberg-Eisenberg, hat sie 1941 bei drei gemeinsamen Bergtouren in den bayerischen Alpen kennen- und liebengelernt. Kurz entschlossen wurde noch im September 1941 geheiratet. Der junge Bräutigam, der nach dem Tod seines Vaters 1940 vom Militärdienst zurückgestellt wurde, musste nach der Hochzeit wieder in den Krieg ziehen, da die Behörden davon ausgingen, dass die junge Frau Brauerei samt Land- und Forstwirtschaft mit rund 70 Beschäftigten leiten könne. Dies bewältigte die tatkräftige Frau auch, obwohl mit zunehmendem Krieg obdachlose Verwandte und eine große Zahl von Flüchtlingen Zuflucht in Gutsbetrieb und Schloss suchten. Erst zwei Tage vor der Kapitulation stand der tot geglaubte Ehemann unangemeldet vor der Schlosspforte, und die Freude war groß. "Sie war eine starke Frau, die genau wusste, was sie für richtig hielt, vielleicht war sie die erste Emanze unter den in Jetzendorf residierenden Freybergs", urteilt Sohn Hans-Christoph, der seit Ende der 80er Jahre zusammen mit seiner Frau Teresita Armas Lanza O'Shannahan den Gutsbetrieb führt. (ost)