Profilbild Werner Zapf

Werner Zapf

* 14.12.1944
† 02.01.2026
Erstellt von Merkur und TZ
Angelegt am 15.01.2026
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Ein Mann, der einen Gedenkbaum pflanzt

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Gedenkkerze

Bernd Bader

Entzündet am 30.01.2026 um 13:03 Uhr

Ich habe es erst jetzt erfahren. Gute Reise, Werner!

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Gedenkkerze

Ehemalige Schülerin

Entzündet am 29.01.2026 um 09:20 Uhr

Danke, meinen guten unvergessenen Klassenlehrer der später dann auch meinen Kindern der Klassenlehrer war. Eine wahre Institution der Kohlgruber Schule. Ein Plausch beim Besuch an seinem letztem Wohnort dem Pflegeheim war immer sehr nett.

Meine grosse Wertschätzung 

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Gedenkkerze

Martin K.

Entzündet am 28.01.2026 um 20:14 Uhr

Du warst ein toller Lehrer. Ohne dich wäre ich nicht das, was ich geworden bin. An die zwei Jahre mit dir erinnere ich mich immer gerne zurück.

28.01.2026 um 13:35 Uhr von Merkur /
Foto 4 für Werner Zapf

Wer heute in Bad Kohlgrub die Leute auf der Straße fragt, wen sie mit Leichtathletik verbinden, fällt in der Regel nur ein Name – Werner Zapf.

28.01.2026 um 13:34 Uhr von Merkur /

Es stimmt: Ohne den Pionier würde es die Abteilung des SC Bad Kohlgrub nicht geben. An die vier Jahrzehnte machte er den SC bekannt im ganzen Land. Nun ist der Maestro im Alter von 81 Jahren gestorben. 

Am Grab übergab Franz Windirsch, einer seiner Schützlinge, stellvertretend für alle ein letztes Mal einen goldenen Staffelstab. Ein mächtiges Symbol, das den Wert dieses Mannes nur im Ansatz umreißen kann. „Der Werner hätte längst das Bundesverdienstkreuz verdient gehabt“, findet Windirsch. Geschätzt über 500 Kinder und Jugendliche trainierte er im Laufe der Jahrzehnte. Als Lehrer der Grund- und Mittelschule saß Zapf sozusagen an der Quelle aller Kohlgruber Talente. Immer wieder wurde Windirsch gefragt, warum die Kinder aus der kleinen Ammertal Gemeinde sportlicher und flotter als andere sind. Er antwortete: „Die sind es nicht, aber es gibt dort einen Werner Zapf.“

Der gebürtige Kufsteiner förderte sie, wo’s ging, sei’s im Sportunterricht, bei den Bundesjugendspielen oder im Training. Manchmal auch mit unkonventionellen Mitteln. Im Winter ging er für Sprinttraining nicht in die kleine Einfachhalle, sondern in den Flur der Schule, der halt viel länger war. Für Wettkämpfe fuhr er durch ganz Bayern, manchmal gar zur Deutschen Meisterschaft. Anfahrten mit ihm waren immer sehr amüsant, weil Zapf es regelmäßig verstand, falsch abzufahren, und dafür immer sehr gute und überzeugende Begründungen parat hatte. Diese und viele weitere Geschichten hat Michael Cleber vom SC zusammengetragen. Der Abteilungsleiter hat gut in seinen Verein hineingehört und einen wunderbaren Nachruf verfasst, der in diese Zeilen mit eingearbeitet wurde. Windirsch weiß noch, wie Zapf einen gerne mal nach einem erfolgreichen Bewerb zum Essen einlud. Für die älteren Sportler war er ein Freund, für die Kinder wie ein Onkel, sagt Windirsch. 

Damit stand er im krassen Gegensatz zu den Trainern der anderen Clubs, die wenig nahbar waren, ihre Athleten rigide knechteten. „Er war nicht besessen wie die anderen, die Kinder zu drillen. Der Werner war ein Lockerer, richtig beliebt“, sagt Windirsch. Zapf lagen nicht nur die Sportler am Herzen, die weit und hoch hinaus wollten, sondern auch diejenigen, die einfach nur etwas Breitensport machen wollten. Jedes Jahr bot er im Ort das Sportabzeichen an, trainierte die Bad Kohlgruber und spornte sie an, es zu schaffen. 

Als Trainer freute sich Zapf über jeden Erfolg, ob groß oder klein – „oftmals sogar mehr als die Athleten selbst“, schreibt Cleber. Immer motivierte er, trieb an, ließ die Jungen einfach jung sein. Misserfolge waren nie ein Drama, auch in schwierigen Zeiten unterstützte er die jungen Menschen in ihren Lebenslagen. Die eindringlichste Geschichte dazu erzählte Windirsch bei der Beerdigung. Ein Bursch von 20 Jahren war er, der „saumäßig stotterte“ und bei Frauen keinen Erfolg hatte. Bis zum 1. Mai 1977, als beim Sportfest in Kohlgrub die Bayerische Elite zum 100-Meter-Rennen antrat. Ein höchst nervöser Windirsch sagte schon vor dem Start: „Das ganze Dorf lacht über mich – und du steckst mich in die stärkste Gruppe.“ Zapf entgegnete nur: „Ich weiß, du bist der Schnellste.“ Am Ende gewann Windirsch mit fünf Metern Vorsprung und einer Fabelzeit von 10,8 Sekunden den Wettkampf – und fand tatsächlich seine erste Freundin. „Von da hat sich mein Leben verändert.“ Alles dank Zapf. Der Mann, der alle im Blick hatte. 

Jeder durfte mitmachen, ob talentiert oder nicht. Das war eine Art Inklusion, weit bevor dieses Wort erfunden war. Als Vorsitzender und Trainer war er im Ort und darüber hinaus für seine gutmütige Art, den ausgeprägten Gemeinschaftssinn und seine Geselligkeit bekannt. Er veranstaltete jährlich einen Mehrkampf für Familien, wie sein Sohn Florian noch weiß. Wie vielfältig der Sport sein Leben prägte, zeigen auch Aktionen wie Schwimmen nach Wettkämpfen in Murnau, Skifahren, sportliche Wochenendausflüge aller Art oder Rodeln in Unterammergau. Schließlich durfte Zapf sogar im Eiskanal am Königssee rodeln. Genau wegen dieser Möglichkeiten hatte er sich nach dem Referendariat in Aschaffenburg wieder in den Süden versetzen lassen. Er landete schließlich in Kohlgrub, das er in der Kindheit bei einem Kurzurlaub mit den Eltern kennengelernt hatte. 

Leider – aus Sicht der Leichtathleten – musste Zapf die Szene viel zu früh aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Zurück blieb eine große Lücke, die lange nicht einfach gefüllt werden konnte, erklärt Clever. Den Kontakt zu Zapf hielten sie, dem das Gesellige bis zum Schluss erhalten blieb. Wenn man ihn in seiner letzten Bleibe, dem Seniorenwohnheim in Unterammergau, besuchte, blühte er auf. Im wahrsten Wortsinn: Zapf malte mit Vorliebe Blumen und Landschaften. Beim Leichenschmaus in einer Murnauer Pizzeria hängte seine Familie einige Bilder aus – und erinnerte so an einen Mann mit tausend Talenten und einem riesigen Herzen. 

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