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Walter Cronkite

* 04.11.1916
† 17.07.2009
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Walter Cronkite, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Redaktion Trauer.de, München

10.08.2009 um 11:36 Uhr von Merkur /
Am 17. Juli 2009 ist er in New York gestorben: Walter Cronkite, legendärer TV-Journalist, der über die größten Tragödien und Triumphe der jüngeren US-Geschichte berichtete, von der Kennedy-Ermordung über den Vietnamkrieg und die Mondlandung bis hin zu Wahlparteitagen und Präsidenten-Vereidigungen. Er war Amerikas Fernseh-Nachrichtenmoderator der ersten Stunde. Schätzungsweise 20 Millionen Menschen saßen jedes Mal vor dem Bildschirm, wenn er abends das Neueste aus aller Welt vermeldete. Der nicht nur überaus hoch angesehene, sondern auch äußerst beliebte Journalist, über lange Jahre das vertraute Gesicht der Abendnachrichten des Senders CBS, wurde 92 Jahre alt. Politiker und Kollegen würdigten ihn als "amerikanische Institution", einen Pionier, der die Rolle des TV-Nachrichtensprechers begründete und entwickelte und durch seine Arbeit das Medium Fernsehen mitformte. So betrauerte auch US-Präsident Barack Obama den Verlust einer "Ikone und eines teuren Freundes", der "Teil der Familie" gewesen sei. "Er war jemand, dem wir vertrauen konnten, dass er uns durch die schwierigsten Themen des Tages bringt - eine Stimme der Sicherheit in einer unsicheren Welt", sagte Obama in einer noch am Freitagabend (Ortszeit) verbreiteten Botschaft. Cronkite erwarb zunächst als Korrespondent der Nachrichtenagentur United Press (später als United Press International - UPI bekannt) während des Zweiten Weltkriegs einen Namen. Er war einer der ersten Reporter, der hautnah vor Ort inmitten der amerikanischen Streitkräfte über das Kriegsgeschehen in Europa berichtete, oft mit großem Wagemut. So war Cronkite bei den ersten B-17-Bombenabwürfen über Deutschland dabei, landete mit den alliierten Streitkräften in Nordafrika und watete 1944 bei der Normandie-Invasion mit an Land. Später berichtete er für UPI über die Nürnberger Kriegsverbrecher- Prozesse, danach war er Chefkorrespondent in Moskau. Der US-Bevölkerung wuchs Cronkite jedoch hauptsächlich als Moderator der CBS-Abendnachrichten ans Herz. Von 1962 bis 1981 war er in dieser Rolle ein ständiger populärer Gast in Amerikas Wohnstuben, bekannt für seinen maßvollen, sonoren und ruhigen Ton, für seine Präsentation der Nachrichten "in Hausschuhen und mit Pfeife", wie es die "Washington Post" am Samstag beschrieb. Sein unverwechselbarer Stil, den Fernsehzuschauern die Ereignisse der Welt in einfacher Form, wie "einer von uns" zu vermitteln, trug ihm den Spitznamen "Onkel Walter" ein. Und die Menschen sahen in ihm eine Stimme der Wahrheit. Seine Nachrichten-Sendung beschloss Cronkite stets mit dem Satz "Und so ist es" - und niemand zweifelte daran. Bei einer Umfrage 1973 setzten ihn die Amerikaner an die Spitze der Liste von Persönlichkeiten, denen sie am meisten vertrauen - noch vor dem Präsidenten. Cronkite konnte aber auch Gefühle zeigen: So ist sein unterdrücktes Schluchzen bei der Verkündung des Todes von Präsident John F. Kennedy 1963 ebenso Legende wie sein begeisterter Ausruf "Oh, Boy", als er vor 40 Jahren im Fernsehen die Landung der ersten Menschen auf dem Mond begleitete. Und auch wenn sich Cronkite als ein Journalist bezeichnete, der Ereignisse beschreibt, nicht analysiert oder kommentiert, so formte er doch vielfach auch das öffentliche Meinungsbild. Beispielsweise, als er 1968 aus Vietnam berichtete, den Krieg als "festgefahren" charakterisierte und Friedensverhandlungen empfahl. Das galt später als der Zeitpunkt, an dem sich der Widerstand in der Bevölkerung gegen den US-Kurs zu manifestieren begann. Präsident Lyndon B. Johnson wusste wohl damals den Einfluss Cronkites richtig einzuschätzen. "Wenn ich Cronkite verloren habe", so soll Johnson zu Beratern gesagt haben, "dann habe ich auch das mittlere Amerika (gemeint ist die Mehrheit der Amerikaner) verloren."