Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Waldemar Bittner, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Nachruf
30.01.2014 um 11:22 Uhr von Merkur /Krün – Mit einer ergreifenden Zeremonie haben am Dienstag Angehörige, Freunde und Weggefährten an der Krüner Kapelle Maria Rast dem verstorbenen Waldemar Bittner die letzte Ehre gegeben. Die hat sich der „Waldi“, der Mann mit Ecken und Kanten, der Höhen und Tiefen durchlebt hat, auch verdient.
Am 5. Dezember 1939 in Schlesien geboren, fand er nach den Kriegswirren und der entbehrungsreichen Flucht über Franken den Weg nach Krün. Als Zeitsoldat kam er zur Bundeswehr nach Mittenwald. Schon bald gründete er mit seiner Frau Gisela eine Familie, aus der zwei Kinder hervorgingen. Als zielstrebiger, junger Mann wechselte er Anfang der 1970er Jahre in die Bauabteilung des Landratsamts und realisierte sein Eigenheim am Barmsee. Bittners Hauptsorge galt seiner Familie. Er brachte sich aber auch ins örtliche Geschehen, besonders ins Sportliche, ein.
Als geborener Macher wirkte er nicht nur mit, sondern bewegte und organisierte viel. Wobei er seine zynische Ader nicht immer unterdrücken konnte. Er managte nicht nur im alpinen Bereich seinen international erfolgreichen Sohn Armin. Waldemar Bittner war auch bereit, seine Kontakte für das örtliche Gemeinwohl einzusetzen. So ist der Bau des Krüner Armin-Bittner-Vereinsheims (1993) maßgeblich auf die zuschauerträchtigen Benefizspiele der Bittners zurückzuführen.
An einen Sporthalle war damals nach der Errichtung der Schule aus finanzieller Sicht ebenso nicht zu denken. Zusammen mit seinem Sohn Armin wirkte der umtriebige, dem Sport zugetane Mann als Triebfeder und ließ die guten Kontakte spielen. Sie holten zahlreiche Prominente aus Sport, Medien und Politik ins Boot und organisierten in Zusammenarbeit mit Vereinen die beiden größten Veranstaltungen, die Krün je erlebte. Aus den Erlösen sowie Sachspenden und natürlich mit der Eigenleistung der Bürger konnte das Vereinsheim im Gries verwirklicht werden. Ohne die enorme Tatkraft der Bittners wäre das alles nicht möglich gewesen.
Deshalb bleibt Waldemar Bittner über seinen Tod hinaus in Krün unvergessen. So sieht es auch Alfred Kröll, langjähriger Vorsitzender des Skiclubs. Bittner und er bildeten im Vorstand über 20 Jahre ein effektives Gespann. „Der Waldi hat viele Projekte wie die Nachtloipe, die FIS-Rennen und das Zielhaus am Hirzeneck in Angriff genommen. Was er plante, setzte er verlässlich um. Seine Art musste man halt verstehen.“
Hartnäckig, nicht immer auf Gegenliebe der Funktionäre stoßend, kam er auch mit einigen seiner Gedanken beim Deutschen Skiverband durch. Seinen Ausgleich fand der „Waldi“ nicht nur in seiner Familie mit seinen geliebten Enkeln, sondern auch in der Natur, wobei die Buckelwiesen für ihn eine Drehscheibe darstellten. Von dort trat er nun seinen letzten Weg an.
Leonhard Habersetzer