Ursula Stüve

Ursula Stüve

geb. Pollak
* 22.08.1920
† 10.06.2013 in Garmisch
Erstellt von Merkur und TZ
Angelegt am 15.06.2013
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Ursula Stüve, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Garmisch-Partenkirchen

16.07.2013 um 10:05 Uhr von Merkur und

Ursula Stüve hatte viele Lieben: die Familie, die Berge und die Musik. „Den Rosenkavalier wollte ich singen, eine berühmte Opernsängerin werden. Aber der Herrgott hat mich nicht wachsen lassen“, sagte die 1,50 Meter große Wahl-Partenkirchnerin einmal. Trotzdem schaffte es die Mezzosopranistin als Lied- und Oratoriensängerin auf viele Bühnen. Nun ist der letzte Vorhang gefallen. Ursula Stüve ist gestorben, zwei Monate vor ihrem 93. Geburtstag.
Als Klavierlehrerin und Gesangspädagogin war sie im Werdenfelser Land bekannt. Bereits betagt, unterrichtete sie immer noch an ihrem Flügel zu Hause, freute sich, mit ihren Schülern zu singen. Die Gesangsausbildung erhielt sie in Dresden, wo sie 1920 geboren wurde, sowie in Detmold, wo es die liebenswerte Frau nach dem Krieg hin verschlug. Dazwischen lagen schwere Jahre, die ihr weiteres Leben bestimmen sollten. Die aber auch glückliche Momente für Stüve bereithielten. Denn als sie vor Soldaten in Norwegen sang, lernte sie ihren späteren Mann Gerhard – Dresdner wie sie selbst – kennen. Mit ihm ging sie 1947 zunächst nach Osnabrück. Das Ehepaar baute sich ein neues Leben auf, die beiden Söhne Peter und Eberhard kamen zur Welt. Mit ihrem Mann teilte sie bald dessen Bergsteiger-Leidenschaft, jede freie Minute verbrachte die Familie im Hochgebirge. Bis auf 4000er ging es hinauf.
Ab 1975 hatte das Ehepaar die geliebten Berge vor der Haustür, die beiden zogen nach Garmisch-Partenkirchen. Dort fand die Sängerin und Klavierlehrerin eine Anstellung an der Musikschule und versäumte mit ihrem Mann, der 2008 starb, kein Konzert und kein Richard-Strauß-Festival.
Auch in der evangelischen Kirchengemeinde fühlte sich Stüve immer gut aufgehoben. Hier wurde sie von vielen wegen ihrer positiven Lebenseinstellung geschätzt, mit der sie auch so manche schwere Erkrankung besiegte. Sie war stets zufrieden und dankbar: „Der Herrgott hat mich gut geführt. Ich durfte singen, die Freiheit der Berge genießen und hatte viel Glück im Leben“, meinte sie einmal. Mit dieser Zufriedenheit ist sie nun für immer eingeschlafen. (msch)