Über den Trauerfall (2)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Tony Curtis, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von E. H., Bochum
20.05.2011 um 15:34 Uhr von Merkur /Biographie
Geboren am: 03.06.1925
Gestorben am: 29.09.2010
Autor: Stefanie Rufle
Titel wie Star oder Superstar sind mir fremd. Ich bin Filmschauspieler. Ich habe über 130 Filme gemacht und das konnte ich, weil ich mich überall auf der Welt nach interessanten Rollen umgesehen habe. (Tony Curtis)
Tony Curtis, eine der ganz großen Hollywood-Legenden, ein Schauspieler, der stets durch sein enormes Rollenrepertoire und seine Fähigkeit, in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen zu können, überzeugen konnte. Er war Idol und Stilikone einer ganzen Generation, sein Curtis Cut, die mit Pomade gebändigte Haartolle wurde Jahre später von Elvis Presley übernommen. Trotz seiner charismatischen Ausstrahlung und seinem großen schauspielerischen Können war es Tony Curtis zeitlebens nicht vergönnt, einen OSCAR entgegen nehmen zu dürfen, eine Tatsache, die ihn wohl bis zum Ende seines Lebens mit einer gewissen Bitterkeit erfüllte.
Tony Curtis wurde am 03. Juni 1925 als Bernard Schwartz in New York City geboren. Seine Eltern, Emanuel Schwartz und Helen Klein waren deutschstämmige jüdische Einwanderer aus Ungarn und betrieben eine kleine Schneiderei, in der die Familie auch lebte. Bernard wuchs zusammen mit seinen beiden Brüdern zunächst in Manhattan und dann in der Bronx in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Als die finanziellen Sorgen immer drückender wurden, beschlossen die Eltern, Bernard und seinen Bruder Julius in ein staatliches Heim zu geben, wo ihrer Meinung nach besser für die Kinder gesorgt würde. Schon einige Wochen später durften Bernard und Julius wieder nach Hause zurückkehren, doch dieses Erlebnis hat vor allem Bernard sehr geprägt, der damals schon gelernt hatte, dass die einzige Person, auf die man sich verlassen konnte, man selbst war. 1938 musste Bernard einen schrecklichen Schlag verkraften, als Julius, die für ihn wichtigste Person, von einem Lastwagen erfasst wurde und starb. 1943 wurde er zum Kriegsdienst bei den US-Marines eingezogen und gegen Ende des Krieges vor der Insel Guam schwer verwundet. Nach Ende des Krieges erhielt er eine bescheidene Kriegsversehrtenrente, die es ihm ermöglichte, für kurze Zeit eine High School zu besuchen. Ab 1946 nahm Bernard am Erwin Piscators Dramatic Workshop in New York teil und übernahm abends Statistenrollen in kleinen New Yorker Theatern. Als er 1948 im Stück Golden Boy auftrat, wurde ein Talentsucher der Universal Studios auf ihn aufmerksam. Ehe er es sich versah, hatte Bernard ein Flugticket nach Los Angeles und einen Vertrag bei Universal in der Tasche. Nach weiterem Sprech- und Schauspielunterricht bekam Bernard eine erste kleine Filmrolle in Gewagtes Alibi (1949). Obwohl die Rolle so unbedeutend war, dass sein Name nicht einmal im Abspann genannt wurde, erhielt das Studio seinetwegen zehntausende von Fanbriefen. Bernard wählte daraufhin den Künstlernamen Anthony Curtis, den er bald darauf in Tony Curtis umwandelte.
Der blendend aussehende Mime erhielt allmählich größer werdende Nebenrollen und war in Winchester 73 (1949) neben James Stewart zu sehen. 1951 heiratete Tony Schauspielkollegin Janet Leigh, mit der er die Töchter Kelly Lee Curtis (*1956) und Jamie Lee Curtis (*1958) bekam, die heute beide ebenfalls Schauspielerinnen sind. Seine erste Hauptrolle spielte Curtis in Die Diebe von Marschan (1951), der ein großer kommerzieller Erfolg wurde. Es folgten weitere Hauptrollen in Die purpurrote Maske (1955), Trapez (1956) an der Seite von Burt Lancaster und Die Wikinger (1958) mit Kirk Douglas. Für seine Rolle eines entflohenen Sträflings in Flucht in Ketten (1958) wurde Tony Curtis jeweils für den Golden Globe und den OSCAR als bester Schauspieler nominiert. Im Jahr darauf stand er zusammen mit Jack Lemmon und Marilyn Monroe für Billy Wilders Kultkomödie Manche mögen- s heiß (1959) vor der Kamera - eine Rolle, die bis heute unvergessen ist. Im selben Jahr spielte er zusammen mit Cary Grant, den er als einen der größten Mimen verehrte, in Unternehmen Petticoat (1959) und war im Jahr darauf im Monumentalfilm Spartacus (1960) an der Seite von Kirk Douglas, Laurence Olivier, Jean Simmons, Charles Laughton und Peter Ustinov unter der Regie von Stanley Kubrick zu sehen. Tony Curtis hatte es geschafft und spielte in der obersten Liga Hollywoods.
Bereits Anfang der 1950er Jahre vereinbarte Tony als einer der ersten Schauspieler überhaupt zusätzlich zu seinen Gagen eine prozentuale Beteiligung an den Einspielergebnissen seiner Filme. Mithilfe seines ersten Managers gelang es dem Mimen, eine Festlegung auf bestimmte Genres zu vermeiden und so ein breites Rollespektrum bedienen zu können. Doch als er Anfang der 1960er Jahre seinen Manager wechselte, änderte sich das schlagartig und Tony spielte nun vorwiegend in Abenteuerfilmen und leichten Komödien. Bei den Dreharbeiten zu Taras Bulba (1961) verliebte Tony sich in die damals sechzehnjährige deutsche Schauspielerin Christine Kaufmann und ließ sich daraufhin von Janet Leigh scheiden. 1963 heirateten er und Kaufmann und bekamen im Verlauf ihrer vierjährigen Ehe die beiden Töchter Alexandra und Allegra Curtis. 1965 übernahm der Mime die Hauptrolle in Das große Rennen rund um die Welt (1965), der aber beim Publikum nicht besonders ankam. Nach der Trennung von Christine Kaufmann 1967 ging Curtis Beliebtheit bei Kritikern und Publikum immer mehr zurück, er konnte mit der neuen Generation der Filmstars nicht mehr recht mithalten. Mit seiner Hauptrolle bei dem von 20th Century Fox produzierten Der Frauenmörder von Boston (1968) spielte sich der Schauspieler zwar zurück in die erste Liga der Stars, konnte aber in den folgenden Jahren nicht mehr an seine großen Erfolge anknüpfen. Als er eine der beiden Hauptrollen in der britischen Fernsehserie Die Zwei (1971) annahm, war das das erste Mal überhaupt, dass ein Superstar des Kinos die Hauptrolle in einer TV-Serie spielte. Tony erkannte die Bedeutung des Fernsehens und der Erfolg gab ihm recht: Die Serie wurde weltweit ein Hit, floppte allerdings in den USA, weshalb sie nach 24 Folgen eingestellt wurde.
Es waren wohl auch die vielen privaten Skandale, der Verschleiß an immer neuen Ehefrauen, die dem Image von Tony Curtis empfindlich schadeten. Zwar war ihm mit der Hauptrolle im Mafiafilm Der Gangsterboss von New York (1975) die Rückkehr auf die große Leinwand gelungen, doch vor allem Tonys regelmäßiger Kokain-Konsum und seine Alkoholexzesse wurden in der Regenbogenpresse breitgetreten. 1980 wurde Curtis für den Emmy als bester männlicher Hauptdarsteller in Der Scarlett O- Hara-Krieg (1980) nominiert und spielte in der sehr erfolgreichen Agatha Christie-Verfilmung Mord im Spiegel (1980) an der Seite von Rock Hudson, Elizabeth Taylor und Geraldine Chaplin, doch 1984 sah er sich nach vielen privaten und beruflichen Tiefschlägen gezwungen, eine Entziehungskur zu machen. Bereits im Jahr darauf gab es ein grandioses Comeback für den Schauspieler mit dem britischen Kinofilm Insignificance - Die verflixte Nacht (1985). Ungefähr zu dieser Zeit begann Tony auch seine Karriere als Maler und bildender Künstler - seine Bilder finden bis heute unter Kunstkennern große Beachtung. Immer wieder war Curtis in Filmen wie Arnold Schwarzeneggers Christmas in Conneticut (1992), Nackt in New York (1993), Perry Mason (1994) oder Reptile Man (1996) zu sehen. 1994 musste der Star sich einer Bypass-Operation unterziehen und über den Tod seines Sohnes Nicolas aus seiner dritten Ehe hinwegkommen - er starb an einer Überdosis Heroin. Nach vier gescheiterten Ehen heiratete Tony 1998 die Reitlehrerin Jill Vandenberg, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb.
1999 stand Tony zusammen mit Kevin Costner und Antonio Banderas für Knock Out - Eine schlagkräftige Freundschaft (1999) vor der Kamera und von 2002 bis 2003 tourte er mit seinem auf dem Kultfilm Manche mögen- s heiß basierenden Bühnen-Musical durch die USA. 2004 erhielt er die Goldenen Kamera für sein Lebenswerk und 2008 veröffentlichte er seine zweite Autobiographie American Prince: A Memoir. 2005 nahm das New Yorker Museum of Modern Art eines seiner Bilder in die Dauerausstellung auf. Am 29. September 2010 starb mit Tony Curtis ein virtuoser und unvergessener Schauspieler, dem wir viele großartige und erhebende Filmmomente zu verdanken haben.
Filmographie Tony Curtis
1949: How to Smuggle a Hernia Across the Border
1949: Die Brut des Satans (als Anthony Curtis)
1949: Spielfieber (als Anthony Curtis)
1949: Gewagtes Alibi (ungenannt)
1949: Kokain (als Anthony Curtis)
1950: Dein Leben in meiner Hand (ungenannt)
1950: Francis (als Anthony Curtis)
1950: I Was a Shoplifter (als Anthony Curtis)
1950: Sierra (als Anthony Curtis)
1950: Winchester 73 (als Anthony Curtis)
1950: Reiter ohne Gnade
1951: Die Diebe von Marschan
1952: Sein großer Kampf
1952: No Room for the Groom
1952: Der Sohn von Ali Baba
1953: Houdini, der König des Variete
1953: The All American
1953: Strandgut
1954: Brückenkopf X
1954: Männer, Mädchen und Motoren
1954: Red Skelton Revue (TV-Serie)
1954: Der eiserne Ritter von Falworth
1955: Seine letzte Chance
1955: Drei Matrosen in Paris (auch Sänger)
1955: Die purpurrote Maske
1955: Vom Teufel verführt
1955: Der Schläger von Chicago
1956: Trapez
1957: Mister Cory
1957: Dein Schicksal in meiner Hand (auch Ex.Produzent)
1957: Der Tod war schneller
1957: General Electric Theater (TV-Serie)
1958: Schlitz Playhouse of Stars (TV-Serie)
1958: Die Wikinger
1958: Rivalen
1958: Flucht in Ketten
1958: Urlaubsschein nach Paris
1959: Manche mögen's heiß
1959: Unternehmen Petticoat
1960: Startime (TV-Serie) (auch Ex.Produzent)
1960: Wer war die Dame?
1960: The Rat Race
1960: Spartacus
1961: Ein charmanter Hochstapler
1961: Der Außenseiter
1962: Taras Bulba
1962: 40 Pounds of Trouble
1963: Die Totenliste
1963: Captain Newman
1964: Zusammen in Paris (ungenannt)
1964: Monsieur Cognac
1964: Goodbye Charlie
1964: ...und ledige Mädchen
1965: Das große Rennen rund um die Welt
1965: Familie Feuerstein (TV-Serie)
1965: Boeing-Boeing
1966: Die Schreckenskammer (ungenannt)
1966: Finger weg von meiner Frau
1966: Arrivederci, Baby!
1967: Die nackten Tatsachen
1968: La cintura di castità
1968: Rosemary's Baby
(nur Stimme) (ungenannt)
1968: Der Frauenmörder von Boston
1969: Monetcarlo Rally
1969: Bracken's World (TV-Serie)
1970: Zwei Kerle aus Granit
1970: Suppose They Gave a War and Nobody Came?
1971: Die Zwei (TV-Serie)
1973: Heiraten wir morgen (TV)
1973: Shaft (TV-Serie)
1975: Der Graf von Monte Cristo (TV)
1975: Der Gangsterboß von New York
1975: The Big Rip-Off (TV)
1975: McCoy (TV-Serie)
1976: Der letzte Tycoon
1977: Hilfe, ich bin eine männliche Jungfrau
1978: Sextette
1978: Der Manitou
1978: Die Bären sind nicht mehr zu bremsen
1978: The Users (TV)
1978: Vegas (TV-Serie)
1979: Title Shot - Der Killer lauert am Ring
1980: Ein reizender Fratz
1980: Der Scarlett-O'Hara-Krieg (TV)
1980: It Rained All Night the Day I Left
1980: Mord im Spiegel
1981: Gefangene Liebe (TV)
1981: Das Millionengesicht (TV)
1982: Black Platoon - Das schwarze Kommando
1982: Portrait of a Showgirl (TV)
1983: Die Himmelsmaschine
1983: Ein Colt für alle Fälle (TV-Serie)
1983: Brain Check - Das andere Ich
1985: Insignificance - Die verflixte Nacht
1986: Balboa
1986: Mafia Princess (TV)
1986: Club Life
1986: Banter - Eine geheimnisvolle Affäre
1986: Agatha Christie: Tödliche Parties (TV)
1987: Sparky's Magic Piano (nur Stimme)
1988: Der Passagier - Welcome to Germany
1989: Charlie (TV)
1989: Lobster Man from Mars
1989: Tarzan in Manhattan (TV)
1989: Midnight
1989: Walter & Carlo i Amerika
1990: Je reicher, desto ärmer (TV)
1991: Prime Target
1992: Hollywood Babylon II
1992: Christmas in Conneticut (TV)
1992: Center of the Web
1992: Hollywood Babylon (TV-Serie)
1993: Mumie - Tal des Todes
1993: Naked in New York
1994: Bandit - Ein ausgekochtes Schlitzohr und eine kühle Blonde (TV)
1994: Perry Mason - McKenzie und die toten Gouverneure (TV)
1995: Gun Power
1996: Superman - Die Abenteuer von Lois & Clark (TV-Serie)
1996: Roseanne (TV-Serie)
1997: Brittle Glory
1997: Hardball
1998: Stargames
1998: Susan (TV-Serie)
1998: Louis & Frank
1999: Knocked Out - Eine schlagkräftige Freundschaft
2002: Reflections of Evil
2004: Hope & Faith (TV-Serie)
2007: The Blacksmith and the Carpenter (nur Stimme)
2008: David & Fatima
Filmpreise:
Golden Globe Nominierungen:
1958: Bester Schauspieler - Drama: Flucht in Ketten
1968: Bester Schauspieler - Drama: Der Frauenmörder von Boston
OSCAR Nominierungen:
1958: Bester Schauspieler: Flucht in Ketten
Von E. Hermes, Bochum
20.05.2011 um 09:03 Uhr von Merkur /- Autor: Stefanie Rufle -
„Titel wie ‚Star’ oder ‚Superstar’ sind mir fremd. Ich bin Filmschauspieler. Ich habe über 130 Filme gemacht und das konnte ich, weil ich mich überall auf der Welt nach interessanten Rollen umgesehen habe.“ (Tony Curtis)
Tony Curtis, eine der ganz großen Hollywood-Legenden, ein Schauspieler, der stets durch sein enormes Rollenrepertoire und seine Fähigkeit, in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen zu können, überzeugen konnte. Er war Idol und Stilikone einer ganzen Generation, sein „Curtis Cut“, die mit Pomade gebändigte Haartolle wurde Jahre später von Elvis Presley übernommen. Trotz seiner charismatischen Ausstrahlung und seinem großen schauspielerischen Können war es Tony Curtis zeitlebens nicht vergönnt, einen OSCAR entgegen nehmen zu dürfen – eine Tatsache, die ihn wohl bis zum Ende seines Lebens mit einer gewissen Bitterkeit erfüllte.
Tony Curtis wurde am 03. Juni 1925 als Bernard Schwartz in New York City geboren. Seine Eltern, Emanuel Schwartz und Helen Klein waren deutschstämmige jüdische Einwanderer aus Ungarn und betrieben eine kleine Schneiderei, in der die Familie auch lebte. Bernard wuchs zusammen mit seinen beiden Brüdern zunächst in Manhattan und dann in der Bronx in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Als die finanziellen Sorgen immer drückender wurden, beschlossen die Eltern, Bernard und seinen Bruder Julius in ein staatliches Heim zu geben, wo ihrer Meinung nach besser für die Kinder gesorgt würde. Schon einige Wochen später durften Bernard und Julius wieder nach Hause zurückkehren, doch dieses Erlebnis hat vor allem Bernard sehr geprägt, der damals schon gelernt hatte, dass die einzige Person, auf die man sich verlassen konnte, man selbst war. 1938 musste Bernard einen schrecklichen Schlag verkraften, als Julius, die für ihn wichtigste Person, von einem Lastwagen erfasst wurde und starb. 1943 wurde er zum Kriegsdienst bei den US-Marines eingezogen und gegen Ende des Krieges vor der Insel Guam schwer verwundet. Nach Ende des Krieges erhielt er eine bescheidene Kriegsversehrtenrente, die es ihm ermöglichte, für kurze Zeit eine High School zu besuchen. Ab 1946 nahm Bernard am Erwin Piscators Dramatic Workshop in New York teil und übernahm abends Statistenrollen in kleinen New Yorker Theatern. Als er 1948 im Stück „Golden Boy“ auftrat, wurde ein Talentsucher der Universal Studios auf ihn aufmerksam. Ehe er es sich versah, hatte Bernard ein Flugticket nach Los Angeles und einen Vertrag bei Universal in der Tasche. Nach weiterem Sprech- und Schauspielunterricht bekam Bernard eine erste kleine Filmrolle in „Gewagtes Alibi“ (1949). Obwohl die Rolle so unbedeutend war, dass sein Name nicht einmal im Abspann genannt wurde, erhielt das Studio seinetwegen zehntausende von Fanbriefen. Bernard wählte daraufhin den Künstlernamen Anthony Curtis, den er bald darauf in Tony Curtis umwandelte.
Der blendend aussehende Mime erhielt allmählich größer werdende Nebenrollen und war in „Winchester 73“ (1949) neben James Stewart zu sehen. 1951 heiratete Tony Schauspielkollegin Janet Leigh, mit der er die Töchter Kelly Lee Curtis (*1956) und Jamie Lee Curtis (*1958) bekam, die heute beide ebenfalls Schauspielerinnen sind. Seine erste Hauptrolle spielte Curtis in „Die Diebe von Marschan“ (1951), der ein großer kommerzieller Erfolg wurde. Es folgten weitere Hauptrollen in „Die purpurrote Maske“ (1955), „Trapez“ (1956) an der Seite von Burt Lancaster und „Die Wikinger“ (1958) mit Kirk Douglas. Für seine Rolle eines entflohenen Sträflings in „Flucht in Ketten“ (1958) wurde Tony Curtis jeweils für den Golden Globe und den OSCAR als bester Schauspieler nominiert. Im Jahr darauf stand er zusammen mit Jack Lemmon und Marilyn Monroe für Billy Wilders Kultkomödie „Manche mögen’s heiß“ (1959) vor der Kamera – eine Rolle, die bis heute unvergessen ist. Im selben Jahr spielte er zusammen mit Cary Grant, den er als einen der größten Mimen verehrte, in „Unternehmen Petticoat“ (1959) und war im Jahr darauf im Monumentalfilm „Spartacus“ (1960) an der Seite von Kirk Douglas, Laurence Olivier, Jean Simmons, Charles Laughton und Peter Ustinov unter der Regie von Stanley Kubrick zu sehen. Tony Curtis hatte es geschafft und spielte in der obersten Liga Hollywoods.
Bereits Anfang der 1950er Jahre vereinbarte Tony als einer der ersten Schauspieler überhaupt zusätzlich zu seinen Gagen eine prozentuale Beteiligung an den Einspielergebnissen seiner Filme. Mithilfe seines ersten Managers gelang es dem Mimen, eine Festlegung auf bestimmte Genres zu vermeiden und so ein breites Rollespektrum bedienen zu können. Doch als er Anfang der 1960er Jahre seinen Manager wechselte, änderte sich das schlagartig und Tony spielte nun vorwiegend in Abenteuerfilmen und leichten Komödien. Bei den Dreharbeiten zu „Taras Bulba“ (1961) verliebte Tony sich in die damals sechzehnjährige deutsche Schauspielerin Christine Kaufmann und ließ sich daraufhin von Janet Leigh scheiden. 1963 heirateten er und Kaufmann und bekamen im Verlauf ihrer vierjährigen Ehe die beiden Töchter Alexandra und Allegra Curtis. 1965 übernahm der Mime die Hauptrolle in „Das große Rennen rund um die Welt“ (1965), der aber beim Publikum nicht besonders ankam. Nach der Trennung von Christine Kaufmann 1967 ging Curtis’ Beliebtheit bei Kritikern und Publikum immer mehr zurück, er konnte mit der neuen Generation der Filmstars nicht mehr recht mithalten. Mit seiner Hauptrolle bei dem von 20th Century Fox produzierten „Der Frauenmörder von Boston“ (1968) spielte sich der Schauspieler zwar zurück in die erste Liga der Stars, konnte aber in den folgenden Jahren nicht mehr an seine großen Erfolge anknüpfen. Als er eine der beiden Hauptrollen in der britischen Fernsehserie „Die Zwei“ (1971) annahm, war das das erste Mal überhaupt, dass ein Superstar des Kinos die Hauptrolle in einer TV-Serie spielte. Tony erkannte die Bedeutung des Fernsehens und der Erfolg gab ihm recht: Die Serie wurde weltweit ein Hit, floppte allerdings in den USA, weshalb sie nach 24 Folgen eingestellt wurde.
Es waren wohl auch die vielen privaten Skandale, der Verschleiß an immer neuen Ehefrauen, die dem Image von Tony Curtis empfindlich schadeten. Zwar war ihm mit der Hauptrolle im Mafiafilm „Der Gangsterboss von New York“ (1975) die Rückkehr auf die große Leinwand gelungen, doch vor allem Tonys regelmäßiger Kokain-Konsum und seine Alkoholexzesse wurden in der Regenbogenpresse breitgetreten. 1980 wurde Curtis für den Emmy als bester männlicher Hauptdarsteller in „Der Scarlett O’Hara-Krieg“ (1980) nominiert und spielte in der sehr erfolgreichen Agatha Christie-Verfilmung „Mord im Spiegel“ (1980) an der Seite von Rock Hudson, Elizabeth Taylor und Geraldine Chaplin, doch 1984 sah er sich nach vielen privaten und beruflichen Tiefschlägen gezwungen, eine Entziehungskur zu machen. Bereits im Jahr darauf gab es ein grandioses Comeback für den Schauspieler mit dem britischen Kinofilm „Insignificance – Die verflixte Nacht“ (1985). Ungefähr zu dieser Zeit begann Tony auch seine Karriere als Maler und bildender Künstler – seine Bilder finden bis heute unter Kunstkennern große Beachtung. Immer wieder war Curtis in Filmen wie Arnold Schwarzeneggers „Christmas in Conneticut“ (1992), „Nackt in New York“ (1993), „Perry Mason“ (1994) oder „Reptile Man“ (1996) zu sehen. 1994 musste der Star sich einer Bypass-Operation unterziehen und über den Tod seines Sohnes Nicolas aus seiner dritten Ehe hinwegkommen – er starb an einer Überdosis Heroin. Nach vier gescheiterten Ehen heiratete Tony 1998 die Reitlehrerin Jill Vandenberg, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb.
1999 stand Tony zusammen mit Kevin Costner und Antonio Banderas für „Knock Out – Eine schlagkräftige Freundschaft“ (1999) vor der Kamera und von 2002 bis 2003 tourte er mit seinem auf dem Kultfilm „Manche mögen’s heiß“ basierenden Bühnen-Musical durch die USA. 2004 erhielt er die Goldenen Kamera für sein Lebenswerk und 2008 veröffentlichte er seine zweite Autobiographie „American Prince: A Memoir“. 2005 nahm das New Yorker Museum of Modern Art eines seiner Bilder in die Dauerausstellung auf. Am 29. September 2010 starb mit Tony Curtis ein virtuoser und unvergessener Schauspieler, dem wir viele großartige und erhebende Filmmomente zu verdanken haben.
Filmographie Tony Curtis
1949: How to Smuggle a Hernia Across the Border
1949: Die Brut des Satans (als Anthony Curtis)
1949: Spielfieber (als Anthony Curtis)
1949: Gewagtes Alibi (ungenannt)
1949: Kokain (als Anthony Curtis)
1950: Dein Leben in meiner Hand (ungenannt)
1950: Francis (als Anthony Curtis)
1950: I Was a Shoplifter (als Anthony Curtis)
1950: Sierra (als Anthony Curtis)
1950: Winchester 73 (als Anthony Curtis)
1950: Reiter ohne Gnade
1951: Die Diebe von Marschan
1952: Sein großer Kampf
1952: No Room for the Groom
1952: Der Sohn von Ali Baba
1953: Houdini, der König des Variete
1953: The All American
1953: Strandgut
1954: Brückenkopf X
1954: Männer, Mädchen und Motoren
1954: Red Skelton Revue (TV-Serie)
1954: Der eiserne Ritter von Falworth
1955: Seine letzte Chance
1955: Drei Matrosen in Paris (auch Sänger)
1955: Die purpurrote Maske
1955: Vom Teufel verführt
1955: Der Schläger von Chicago
1956: Trapez
1957: Mister Cory
1957: Dein Schicksal in meiner Hand (auch Ex.Produzent)
1957: Der Tod war schneller
1957: General Electric Theater (TV-Serie)
1958: Schlitz Playhouse of Stars (TV-Serie)
1958: Die Wikinger
1958: Rivalen
1958: Flucht in Ketten
1958: Urlaubsschein nach Paris
1959: Manche mögen's heiß
1959: Unternehmen Petticoat
1960: Startime (TV-Serie) (auch Ex.Produzent)
1960: Wer war die Dame?
1960: The Rat Race
1960: Spartacus
1961: Ein charmanter Hochstapler
1961: Der Außenseiter
1962: Taras Bulba
1962: 40 Pounds of Trouble
1963: Die Totenliste
1963: Captain Newman
1964: Zusammen in Paris (ungenannt)
1964: Monsieur Cognac
1964: Goodbye Charlie
1964: ...und ledige Mädchen
1965: Das große Rennen rund um die Welt
1965: Familie Feuerstein (TV-Serie)
1965: Boeing-Boeing
1966: Die Schreckenskammer (ungenannt)
1966: Finger weg von meiner Frau
1966: Arrivederci, Baby!
1967: Die nackten Tatsachen
1968: La cintura di castità
1968: Rosemary's Baby
(nur Stimme) (ungenannt)
1968: Der Frauenmörder von Boston
1969: Monetcarlo Rally
1969: Bracken's World (TV-Serie)
1970: Zwei Kerle aus Granit
1970: Suppose They Gave a War and Nobody Came?
1971: Die Zwei (TV-Serie)
1973: Heiraten wir morgen (TV)
1973: Shaft (TV-Serie)
1975: Der Graf von Monte Cristo (TV)
1975: Der Gangsterboß von New York
1975: The Big Rip-Off (TV)
1975: McCoy (TV-Serie)
1976: Der letzte Tycoon
1977: Hilfe, ich bin eine männliche Jungfrau
1978: Sextette
1978: Der Manitou
1978: Die Bären sind nicht mehr zu bremsen
1978: The Users (TV)
1978: Vegas (TV-Serie)
1979: Title Shot - Der Killer lauert am Ring
1980: Ein reizender Fratz
1980: Der Scarlett-O'Hara-Krieg (TV)
1980: It Rained All Night the Day I Left
1980: Mord im Spiegel
1981: Gefangene Liebe (TV)
1981: Das Millionengesicht (TV)
1982: Black Platoon - Das schwarze Kommando
1982: Portrait of a Showgirl (TV)
1983: Die Himmelsmaschine
1983: Ein Colt für alle Fälle (TV-Serie)
1983: Brain Check - Das andere Ich
1985: Insignificance - Die verflixte Nacht
1986: Balboa
1986: Mafia Princess (TV)
1986: Club Life
1986: Banter - Eine geheimnisvolle Affäre
1986: Agatha Christie: Tödliche Parties (TV)
1987: Sparky's Magic Piano (nur Stimme)
1988: Der Passagier - Welcome to Germany
1989: Charlie (TV)
1989: Lobster Man from Mars
1989: Tarzan in Manhattan (TV)
1989: Midnight
1989: Walter & Carlo i Amerika
1990: Je reicher, desto ärmer (TV)
1991: Prime Target
1992: Hollywood Babylon II
1992: Christmas in Conneticut (TV)
1992: Center of the Web
1992: Hollywood Babylon (TV-Serie)
1993: Mumie - Tal des Todes
1993: Naked in New York
1994: Bandit - Ein ausgekochtes Schlitzohr und eine kühle Blonde (TV)
1994: Perry Mason - McKenzie und die toten Gouverneure (TV)
1995: Gun Power
1996: Superman - Die Abenteuer von Lois & Clark (TV-Serie)
1996: Roseanne (TV-Serie)
1997: Brittle Glory
1997: Hardball
1998: Stargames
1998: Susan (TV-Serie)
1998: Louis & Frank
1999: Knocked Out - Eine schlagkräftige Freundschaft
2002: Reflections of Evil
2004: Hope & Faith (TV-Serie)
2007: The Blacksmith and the Carpenter (nur Stimme)
2008: David & Fatima
Filmpreise:
Golden Globe Nominierungen:
1958: Bester Schauspieler - Drama: Flucht in Ketten
1968: Bester Schauspieler - Drama: Der Frauenmörder von Boston
OSCAR Nominierungen:
1958: Bester Schauspieler: Flucht in Ketten