Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Thomas Huber, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
28.01.2010 um 11:19 Uhr von Merkur /"Wo er war, war es lustig", sagt Martin Huber über seinen Cousin Thomas. Völlig egal, ob man beim Stopslclub im Vereinsheim saß, mit dem Burschenverein den Maibaum aufstellte oder mit der Maibaum-Dieb-Gesellschaft den ganzen Landkreis Erding nach unbewachten Prachtstangerln absuchte: Thomas Huber sorgte mit seiner Lebenslust überall für gute Stimmung.
Gut gelaunt sind auch alle an dem Abend Mitte Januar als der Reisener zwei Spezln von einer Feier nach Hause fährt. Auf der nur wenige Kilometer langen Strecke prallt sein VW Scirocco gegen eine Böschung. Thomas kann nur nur noch tot geborgen werden, seine 16 und 17 Jahre alten Freunde überleben schwer verletzt. Die ganze Reisener Jugend ist geschockt.
"Nicht der Dooley", ist das erste, was sie im Eidinger Haisl sagen. Der von Thomas und seinen Schulfreunden gebaute Treffpunkt war jedes Wochenende erfüllt vom Gelächter der Burschen und Mädchen rund um den jungen Malergesellen, der sich einst und für alle einprägsam für den Song "Tom Dooley" begeisterte. Dutzende Fotos gibt es von den Partys, die im Haisl gefeiert wurden, "und wir haben hunderte vom Thomas", sagt sein Bruder Gerhard. "Es gibt vielleicht drei auf denen er nicht lacht."
Bei Gerhard und seiner Freundin Steffi - sie wohnen gleich gegenüber - schaute Thomas regelmäßig zur Mittagszeit vorbei. "Die Steffi kocht so gut, das hat ihm oft besser geschmeckt, als das, was es bei mir gab", erzählt seine Mutter Irene und muss dabei lächeln. "Dann ist er einfach rüber." Auch zwischen ihn und Anna, seine 13-jährige Nichte, die Tochter von Thomas' ältestem Bruder Rainer, passte kein Blatt Papier. Er war der Spaßmacher in der Familie. Das galt auch für die Dorfjugend und die Vereinsfreunde: "Mit allen kam er gut aus, mit allen war er gut Freund", sagt die Mutter.
So kam auch das ganze Dorf zur Beisetzung auf den kleinen Reisener Friedhof. 1000 Sterbebildchen ließ die Familie machen. "Es sind vielleicht noch 70 übrig. So viele Leute waren bei der Beerdigung, dass sie bis zur Straße hin gestanden sind", erzählt Irene Huber. "Er wollte Maler werden, und das hat er geschafft, alles andere hätte er auch geschafft", sagt Thomas' Cousin und die Mutter ergänzt: "Ausgelassen hat er nichts, nie."
Veronika Fläxl