Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Steven Paul Jobs, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
06.10.2011 um 11:23 Uhr von Merkur /iMac, iPhone, iPod und iPad sind zu einem festen Bestandteil der Gesellschaft geworden. Es gibt wohl kaum noch jemanden, der keines dieser digitalen Lifestyle-Medien oder ein auf ähnlicher Technologie basierendes Produkt nutzt. Der geistige Vater dieser Produkte und Mitbegründer der dahinter stehenden Firma Apple Inc., Steve Jobs, ist am 5. Oktober 2011 in seinem Heimatort Palo Alto im US-amerikanischen Kalifornien gestorben. Er wurde nur 56 Jahre alt.
Jobs erblickte am 24. Februar 1955 in San Francisco das Licht der Welt. Seine leiblichen Eltern, der syrische Politikwissenschaftler Abdulfattah Jandali und die Amerikanerin Joanne Carole Schieble, konnten nicht für den Unterhalt des Kindes sorgen und gaben es zur Adoption frei. So wuchs Jobs als Adoptivsohn von Paul und Clara Jobs aus Mountain View, Kalifornien auf. Von der Existenz seiner biologischen Eltern und seiner leiblichen Schwester, der Autorin Mona Simpson erfuhr er erst im Alter von rund 30 Jahren.
Nach seinem Highschool-Abschluss im Jahr 1972 begann für Jobs eine Phase der Neuorientierung. Sein Studium am Reed College in Portland brach er nach nur einem Semester wieder ab. Zwei Jahre später bereiste er Indien, wo er sich dem Buddhismus zu wandte. Jobs wurde auch Veganer. Überhaupt sollte das Jahr 1974 zu einem Wendepunkt in Jobs Leben werden. Über einen gemeinsamen Freund lernte er in diesem Jahr Steve Wozniak kennen. Nach einigen kleinen Unternehmungen unter anderem für die Spielebranche sollte dem Duo Jobs/Wozniak 1976 der große Wurf gelingen.
Ausgangspunkt hierfür war Jobs' Garage in Palo Alto, wo er und Wozniak zusammen mit Ronald Wayne die Apple Computer Company gründeten. Zum Markenzeichen der Firma sollte ein angebissener Apfel werden - ein kleines Wortspiel, bedeutet doch "Bite" im Englischen "Biss" und wird gleich ausgesprochen wie die Computereinheit "Byte". Das erste mit dem Symbol beworbene Produkt war der Apple I genannte Computer, der für 666,66 Dollar verkauft wurde. Ein selbst gebautes Holzgehäuse beheimatete seinerzeit die Technik des Prototypen.
Damit begann der Siegeszug des kalifornischen Unternehmens. Es folgten Apple II und der allerdings nicht ganz so erfolgreiche Apple III, sowie der Apple Lisa. 1984 gelang ein weiterer großer Entwicklungssprung. Der Macintosh war der erste Computer, auf dem der Kommandozeilen-Code durch eine grafische Benutzeroberfläche mit Bildschirmsymbolen ersetzt wurde. Der unter dem Kürzel "Mac" bekannt gewordene Rechner ist aus der heutigen Computerwelt nicht mehr wegzudenken und verdrängte die Apple-Produktlinie komplett.
Einen Bruch in Jobs Apple-Geschichte brachte das Jahr 1985 mit sich. Nach einem Streit mit Geschäftsführer John Sculley musste er das Unternehmen verlassen. Doch der Computerbranche blieb Jobs auch weiter treu. Gegen Widerstände und Klagen von Apple gründete er noch im selben Jahr das Unternehmen NeXT Inc., dessen Technologie eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des World Wide Web durch Tim Berners-Lee spielte. Daneben stieg Jobs auch ins Filmgeschäft ein und gründete 1986 gemeinsam mit Edwin Catmull das Animationsfilmstudio Pixar. Filmhits wie "Findet Nemo", "The Incredibles", "Wall-E" oder "Toy Story" gehen auf das Konto des Unternehmens.
Nachdem NeXT im Jahr 1996 für 402 Millionen US-Dollar von Apple aufgekauft wurde, kehrte Jobs wieder zu dem von ihm mitbegründeten Unternehmen zurück. Mit dem iMac brachte Jobs das finanziell schlingernde Schiff 1998 wieder auf Kurs. Es folgten die eingangs erwähnten iPod, iPhone und iPad. Mehrere Jahre hinweg arbeitete Jobs als Apple-Geschäftsführer für ein symbolisches Jahresgehalt von nur einem Dollar. Damit schaffte er es als schlechtest bezahlter Geschäftsführer sogar ins Guinness-Buch der Rekorde.
Privat war Jobs seit 18. März 1991 mit Laurene Powell verheiratet, mit der er drei Kinder hatte. Die 1978 geborene Tochter Lisa Brennan-Jobs ging aus einer Beziehung mit der Journalistin Chrisann Brennan hervor. Bereits seit 2004 war der Gesundheitszustand des Unternehmers angeschlagen. So wurde in diesem Jahr ein Tumor an seiner Bauchspeicheldrüse entfernt. Einen starken Gewichtsverlust führte Jobs 2009 auf eine Hormonstörung zurück. Anfang des gleichen Jahres zog er sich krankheitsbedingt von seinem Posten als Apple-Geschäftsführer zurück. Kurz darauf wurde bekannt, dass er sich einer Lebertransplantation unterziehen musste. Nach einer folgenden Rückkehr auf die Apple-Bühne gab er das Tagesgeschäft im Januar 2011 bis auf weiteres ab. Am 5. Oktober gab Apple den Tod des geistigen Vaters von iMac, iPhone und iPod bekannt.