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Sieglinde Zander

* 22.08.1957
† 16.08.2009
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Sieglinde Zander, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, München

20.08.2009 um 19:02 Uhr von Merkur /
Aufgeschlossen, lustig, warmherzig - so behält Josef Zander seine Ehefrau in Erinnerung. Sieglinde Zander ist plötzlich und unerwartet nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 51 Jahren verstorben, nur eine Woche vor ihrem Geburtstag. Wie in ihrem gesamten Leben scheute sie schon als junges Mädchen die Arbeit nicht: "Als ihre Eltern das Haus umbauten, übernahm sie wie selbstverständlich die Küchenarbeit und kochte auf", erinnert sich der Ehemann. Sieglinde lernte Groß- und Außenhandelskauffrau und heiratete 1977 ihren Josef aus Greifenberg - drei Jahre später kam mit Manuel der erste Nachwuchs auf die Welt. Die Familie zog in eine größere Wohnung nach Moorenweis um. Ein Jahr später kam das zweite Kind zur Welt - Tochter Marina. Sieglinde Zander blühte in ihrer Aufgabe als Hausfrau und Mutter auf. Erst als die Kinder größer waren, ging sie einer Teilzeitbeschäftigung in Fürstenfeldbruck nach. Seit 1994 war sie zudem gewissenhafte Zeitungszustellerin in Grafrath - eine Zusatzbeschäftigung, die sie mit ihrem Mann ausgeübt hat, der in Grafrath ebenfalls eine Tour betreut. Im April 2001 startete Sieglinde Zander ihre Laufbahn beim ADAC-Südbayern in München. "Sie arbeitete sich von der einfachen Buchhaltungskraft über die Reiseabteilung bis ins Personalbüro hoch", sagt Sohn Manuel. Zahlreiche Vorgesetzte und Kollegen nahmen an der Trauerfeier teil - Sieglinde Zander wollte nie Arbeit liegenlassen, sie wollte sie immer perfekt erledigt wissen. Es ist nicht der erste Schicksalsschlag für die Familie. 1996 verunglückte Sohn Manuel bei einem Verkehrsunfall. Sieglinde Zander unterstützte ihn mit all ihrer Kraft bei der Rehabilitation. "Ohne ihren Einsatz wäre der Genesungsfortschritt in der eingetretenen Form nicht möglich gewesen", ist der Ehemann überzeugt. Noch während ihr Sohn auf Reha war, fiel Josef Zander vom Dach und musste auf die Intensivstation. "Die Sigi ist nach der Arbeit von Krankenhaus zu Krankenhaus gefahren, von Landsberg nach Bad Heilbrunn - und das obwohl sie schon um vier Uhr aufstehen musste, um die Zeitungen auszutragen", erinnert sich der Ehemann. Im August 2001 nahm Sieglinde Zander "ihr" persönliches Großprojekt in Angriff - den lange ersehnten Bau des eigenen Hauses. Noch im gleichen Jahr an Weihnachten zogen die Zanders ein: "Das Haus wurde schon dadurch zu ihrem Projekt, weil sie von der ersten Bleistiftskizze bis zum Innenausbau erst planerisch und dann ebenso kräftig zupackend engagiert war", beschreibt Josef Zander den unermüdlichen Einsatz seiner Frau. Im März 2003 wurde Tochter Marina in einen Verkehrsunfall verwickelt - und wieder bewies sich Sieglinde Zander als liebende und pflegende Mutter. "Im Juli 2003 leistete sie dann seelischen Beistand während der schweren Krankheit und dem anschließendem Tod meiner Mutter", berichtet der Ehemann weiter. Die Familie war ihr Ein und Alles, ganz besonders freute sie sich über die Geburt ihres Enkels Louis. Den zweiten Enkel Marlon durfte sie nicht mehr kennen lernen: Josef und Sieglinde Zander besuchten ihre Tochter während der Schwangerschaft in der Klinik. Bei der Heimfahrt kam es zu einem Verkehrsunfall in Fürstenfeldbruck. "Sieglinde wurde bei dem Unfall nicht verletzt, ging aber vorsorglich am nächsten Tag zum Arzt", sagt der Ehemann. Weitere Konsultationen bei Fachärzten folgten und letztlich bekamen sie die erschütternde Diagnose: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Drei Wochen später starb Sieglinde Zander - Ehemann Josef hielt ihr die Hand am Sterbebett. Angi Kiener