Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Rudolf Erdmann, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
16.05.2012 um 18:29 Uhr von Merkur /Heimatbekenntnisse mit tausenden Gebirgsschützen wie beim Patronatstag am vergangenen Wochenende in Ohlstadt - da hätte das Herz von Rudolf Erdmann höher geschlagen. Die Gebirgsschützen waren sein Leben, doch einen Tag vor dem Treffen mussten ihn hunderte Kameraden zahlreicher Kompanien und über 50 Fahnenabordnungen zu Grabe tragen und ihm die letzte Ehre erweisen.
Der Abschied auf dem Wiesseer Friedhof fiel nicht nur der engsten Familie und den drei Geschwistern sichtlich schwer. Mit zitternder Stimme würdigte Robert Stumbaum, Hauptmann der Gebirgsschützenkompanie Gmund, deren Mitglied Erdmann 51 Jahre lang war, den gebürtigen Tegernseer. Erdmann war die Verkörperung des Bayerischen Gebirgsschützen schlechthin. Kameradschaft, Geradlinigkeit, Pflichtbewusstsein, Offenheit, aber auch ehrliche Kritik prägten sein freundliches, geselliges, lebensbejahendes Wesen. Er trat vorbildlich für seine Heimat ein, war von 1971 bis 1983 Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal. Zahlreiche Auszeichnungen zierten seine Montur, darunter die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 44 Jahre lang führte der Ober-Leutnant und Stellvertreter des Hauptmanns zudem sorgfältig Protokoll für die Landes-Hauptmannschaft, was Erdmann nicht nur viel Anerkennung, sondern auch die Ehrenmitgliedschaft beim Bund der Gebirgsschützen einbrachte.
Mit Akribie und Begeisterung lebte er auch sein Leben als Bauingenieur. Bei vielen großen Projekten renommierter Unternehmen stellte er sein fachliches Können unter Beweis. Seine Familie, die er über alles liebte, war ihm in allen Lebenslagen eine wichtige Stütze. Vor allem in jüngster Zeit, als ihm Krankheit die Kräfte raubte. Ausgerechnet am 1. Mai, als seine Kameraden zur Maiandacht ausrückten, schloss er im Alter von 74 Jahren für immer die Augen. gr