Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Rudi Carell, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion (tc), München
10.07.2006 um 11:43 Uhr von Merkur /Carrell, der mit Shows wie «Am laufenden Band» fast vier Jahrzehnte deutsche Fernsehgeschichte schrieb, war im Frühjahr 2005 an Lungenkrebs erkrankt. Seitdem lebte er zurückgezogen auf seinem Gutshof in Syke bei Bremen.
Der Fernsehkomiker mit dem charmanten Akzent war 1975 auf das Anwesen gezogen. «Er ist friedlich eingeschlafen», sagte Carrells Schwiegersohn Dieter Klar am Montag. Ein Teil der Familie sei bei ihm im Krankenhaus gewesen. Carrell hat drei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. Seit 2001 war er in dritter Ehe mit Simone verheiratet.
Eine offizielle Trauerfeier wird es auf Wunsch von Carrell nicht geben. «Er wollte es so unauffällig wie möglich», sagte Klar. Eine Trauerfeier im engsten Kreis mit den Enkelkindern und Verwandten aus Holland habe schon am Sonntag stattgefunden. «Wir wussten seit eineinhalb Jahren von der Krankheit und wir waren auf den Abschied vorbereitet.» Wo Rudi Carrell beigesetzt wird, steht noch nicht fest. Sein Sohn Alexander lebt in Australien und wird nächste Woche erwartet. Der Showmaster musste jede Woche zur Routineuntersuchung in die Klinik. Diesmal sollte er auf Wunsch der Ärzte zwei Tage länger bleiben. Dass er die Klinik nicht wieder verlassen konnte, «hatte sich vorher nicht abgezeichnet», sagte Klar.
Carrell hatte sich längst mit seinen Tod abgefunden. «Dann ist es eben aus», hatte er einmal gesagt. Auch über den Ausbruch der Krankheit war er nach eigenen Angaben nicht überrascht. «Hätte ich eigentlich schon längst haben müssen», meinte Carrell in einem seiner letzten Interviews. Der passionierte Raucher hatte die Zigaretten erst mit Ausbruch der Krankheit beiseite gelegt.
Carrell, der am 19. Dezember 1934 in niederländischen Alkmaar als Rudolf Wijbrand Kesselaar geboren wurde, kam 1965 zum deutschen Fernsehen. Zu seiner erfolgreichsten Fernsehsendung zählt seine Samstagsabend-Show «Am laufenden Band» (1974-1979). Zuletzt produzierte er bei RTL seine Comedy-Show «7 Tage - 7 Köpfe», die am 30. Dezember 2005 zum letzten Mal ausgestrahlt wurde.
«Er war nicht angepasst und redete nicht jedem nach dem Mund. Zur Not konnte er auch unbequem sein. Dies habe ich immer an ihm geschätzt», sagte Schauspielerin Uschi Glas nach dem Tod Carrells. «Ich fand ihn immer wirklich spannend und gut.» Der Intendant von Radio Bremen, Prof. Heinz Glässgen, sagte: «Mit Rudi Carrell verliert die deutsche Medienlandschaft eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten.» (Quelle: dpa)