Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Rosa Stannecker, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
03.05.2010 um 10:59 Uhr von Merkur /Kaum ein Tag verging, an dem sie nicht in ihrer OMV-Tankstelle in der Maisacher Straße stand und für ihre Kunden da war: Für Rosa Stannecker war der Beruf auch Berufung. Jetzt ist sie ist im Alter von 73 Jahren gestorben.
"Die Mama wäre ohne ihre Arbeit wohl nur ein halber Mensch gewesen - ohne ihre Zapfsäulen und den Kontakt zu den Menschen hätte ihr einfach etwas gefehlt", sagt Sohn Thomas.
Die gebürtige Pucherin heiratete im Juli 1960 ihren Eduard und schenkte ihm vier Kinder - drei Söhne und eine Tochter. Das Paar musste im Lauf der Ehe zwei schwere Schicksalsschläge verkraften. Denn zwei ihrer Söhne leben nicht mehr. "Vor drei Jahren verstarb mein Bruder Norbert bei einem Verkehrsunfall, bereits 1986 erlag mein Bruder Stefan einer Erkrankung", erzählt Sohn Thomas.
Jeden Tag, bis auf Weihnachten und Silvester, stand Rosa Stannecker von 7 Uhr früh bis 20 Uhr abends in ihrer Tankstelle - gemeinsam mit ihrem Ehemann Eduard. Dass ihr Sohn Thomas gleich nebenan vor Jahren "Tommi's Radltankstelle" eröffnete, erfüllte sie mit Freude. Ein bisserl hat sie wohl auch vom Urlaub geträumt, den sie sich nie gönnte, vermutet der Sohn. Auch wenn seine Mama solche Gedanken eher beiseite schob und nicht konkret äußerte. In der wenigen freien Zeit, die sie sich für sich selbst herausnahm, verfolgte sie mit Spannung Fußballspiele oder Autorennen am Fernsehbildschirm. Kaffeekränzchen waren nicht so ihr Ding - auch in der Freizeit fühlte sie sich eher in sogenannten Männerdomänen wohler, erzählt Thomas Stannecker.
Vor zwei Jahren erfuhr Rosa Stannecker von ihrer Erkrankung. Der Arzt legte ihr nahe, unbedingt mit der Arbeit aufzuhören: "Die Tankstelle wurde in ihrem Sinne weitergeführt und sie fragte ständig nach, wie es läuft und ob denn auch alles in Ordnung ist", erzählt Thomas Stannecker. Vor der OMV-Tankstelle betrieben die Stanneckers die ehemalige Aral in der gleichen Straße. Anfangs war noch eine kleine Werkstatt mit angegliedert, ein Service, der früher so üblich war.
Am vergangenen Sonntagnachmittag ist Rosa Stannecker friedlich auf der Brucker Palliativstation eingeschlafen. Zuvor nahm sie von ihrer Familie ganz in Ruhe Abschied.