Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Reinhold Langenberger, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau
22.05.2007 um 20:03 Uhr von Merkur /Zwar nicht in Dachau geboren, hat er hier die Schule besucht und nach dem Abitur an der damaligen Ludwigs-Oberrealschule in Dachau an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising und an der LMU in München Theologie, Philosophie und Germanistik studiert.
1967 zum Priester geweiht, trat er seine erste Kaplansstelle in Rosenheim-Oberwöhr an. Es folgten Neubeuern am Inn und St. Sylvester in München. Anschließend trat Dekan Langenberger in den Schuldienst am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in München, mit den Fächern Religion, Deutsch und Schulspiel, und unterrichtete dort bis zu seiner Pensionierung 2004.
Zur Seelsorgemithilfe wurde er zunächst seiner Heimatpfarrei St. Peter in Dachau zugeteilt. Doch übte er noch viele zusätzliche Tätigkeiten aus: Polizeiseelsorger, stellvertretender Diözesanpräses der KAB oder Präses der Kolpingfamilie. Mitglied war er bei Ampertalern und im Lions-Club. Seit 1998 leitete Langenberger als Pfarrer Mariä Himmelfahrt. 2004 wählten ihn die Seelsorger des Dekanats Dachau zu ihrem Dekan.
So war er eine Art "dienstlicher Berater", fast "Dienstvorgesetzter”"seiner geistlichen Mitbrüder. Das schloss auch die Vermittlung bei Meinungsver-schiedenheiten ein. Über seine Pfarrei hinaus war Dekan Langenberger ein gefragter Prediger, aber auch mit seelsorglichen Problemen fand man bei ihm jederzeit dank seines einfühlsamen Wesens Trost und Hilfe. Er war auch Mitbegründer der Notfallseelsorge und setzte sich sehr für die Seelsorge im Krankenhaus Dachau ein.
Ein großes Anliegen war ihm die Ökumene. Nicht zuletzt seiner Aufgeschlossenheit war es zu verdanken, dass zwischen der evangelischen Friedenskirche und der Pfarrei Mariä Himmelfahrt viele gemeinsame Aktionen stattfanden.
Von Journalisten wurde er einmal gefragt: "Wie sollen wir Sie in dem Artikel nennen: Dekan, Geistlicher Rat, Pfarrer oder Oberstudienrat?" Seine Antwort: "Langenberger heiß‘ ich!" Dieser Ausspruch kennzeichnete sein Wesen: kein Aufhebens um seine Person machend, volksnah und unkompliziert - ein Seelsorger im wahrsten Sinne des Wortes halt.
Die letzte große Genugtuung erfuhr der 67-Jährige am 25. März: An diesem Tage wurde seine Pfarrkirche wieder geöffnet. Sein großer Einsatz um die Renovierung des Gotteshauses fand ihren würdigen Abschluss.
Von Peter Kalteis