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Peter Wabra

* 23.10.1940
† 03.10.2010
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Peter Wabra, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, München

12.10.2010 um 14:38 Uhr von Merkur /
Ein "Glücksfall" für die Schüler Erinnerungen an Peter Wabra, Ex-Leiter des Werdenfels-Gymnasiums "Nörgeln und schimpfen hilft keinem weiter", war das Credo von Gymnasiallehrer Peter Wabra. Nicht nur wegen dieser Einstellung war der ehemalige Leiter des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen bei Schülern, Eltern und Kollegen gleichermaßen beliebt. Nun schloss der engagierte Pädagoge für immer die Augen - kurz vor seinem 70. Geburtstag am 23. Oktober. "Dabei hatte er noch so viele Pläne", bedauert sein langjähriger Kollege und Freund Alois Schwarzmüller. Zum Beispiel die Aktualisierung seiner Doktorarbeit, in der Wabra "Ausgewählte Probleme einer urbanisierten Fremdenverkehrsgemeinde" am Beispiel von Garmisch-Partenkirchen untersuchte. Denn seine Heimat lag Wabra sehr am Herzen, auch wenn der Sudetendeutsche erst im Alter von sechs Jahren in die Marktgemeinde gezogen war. 1963 machte er am Werdenfels-Gymnasium Abitur und kehrte nach seinem Studium in München 1971 an die Schule zurück - als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Erdkunde. Schüler und Kollegen lernten den damals 31-Jährigen schnell schätzen: "Wegen seiner persönlichen Situation hatte er viel Verständnis für die Probleme anderer und hat geholfen, wo er nur konnte", unterstreicht Schwarzmüller, der drei Jahre nach Wabra ans Werdenfels-Gymnasium kam. Der pensionierte Lehrer spielt damit auf die Kinderlähmung an, an der Wabra fast sein ganzes Leben lang litt. "Er war geistig so beweglich, aber körperlich so eingeschränkt." Dieser Umstand hielt Wabra allerdings nicht davon ab, Karriere zu machen. 1978 wurde er zum Schulleiter an das Privatgymnasium Schloss Stein in Stein an der Traun berufen. 17 Jahre später zog es den Hobby-Historiker dann aber wieder zurück an Werdenfels-Gymnasium, dessen Leitung er 1994 übernahm. Zu seinen größten Verdiensten gehörte sicherlich die Einführung eines Sorgentelefons und der Aufbau eines schulinternen Nachhilfesystems. "Das Angebot stieß auf große Resonanz", weiß Schwarzmüller. Außerdem habe sich Wabra als Schulleiter stets für neue Methoden eingesetzt, zum Beispiel für mehr Eigeninitiative der Schüler im Unterricht. Kein Wunder also, dass der Pädagoge zu seinem Abschied aus dem Schuldienst 2002 die Ehrenmedaille des Landkreises in Silber verliehen bekam. Denn für den Landkreis als Träger des Werdenfels-Gymnasiums war Wabra "ein Glücksfall", wie der stellvertretende Landrat Anton Speer in seiner Stellungnahme zum Tod des beliebten Lehrers schreibt. Vor allem aber war Wabra ein Glücksfall für die Schüler. "Bis zuletzt hat er einem Buben mit Migrationshintergrund noch kostenlos Nachhilfe gegeben, damit er eine Chance in der Schule hat", verdeutlicht Schwarzenberger Wabras Engagement. Auch der Vorsitzende der CSU Garmisch, Max Wank, war einst ein Schüler von Wabra. "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie außergewöhnlich er war, wenn man ihn nicht persönlich kannte", betont Wank, der ebenfalls am Werdenfels-Gymnasium unterrichtet. Doch nicht nur die Schule verband die beiden Männer, Wabra war außerdem über drei Jahrzehnte im Vorstand der CSU. "Selbst, als er in Stein an der Traun gearbeitet hat, kam er jede Woche zu unseren Sitzungen", erinnert sich Wank. "Das würde wahrlich nicht jeder machen."