Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Otto Stiglmayr, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau
26.11.2006 um 15:55 Uhr von Merkur /"Erzmusikant" hat ihn seine Frau immer genannt. "Herzmusiker" würde Werner Schneider, Vorsitzender des Aschheimer Blasorchesters, über den Berufsmusiker und ehrenamtlichen Dirigenten sagen. "Ein bescheidener Mensch, der nie Aufhebens um sich gemacht, aber fröhlich und sehr sportlich war", so beschreibt ihn sein Freund Hans Bergmann vom Männergesangverein.
Während seines Dirigat-Studiums am damaligen Händel-Konservatorium erkannte Ottoo Stiglmayrs Professor die Befähigung des jungen Mannes zum Kontrabassisten. Er schaffte die Reifeprüfung mit seinem Instrument, das ihn zeit seines Lebens begleiten sollte. Der Anstellung im Residenztheater 1950, wo er seine große Liebe traf, die er 1953 heiratete, folgten elf Jahre am Symphonieorchester in Bogota, Kolumbien. Hier erhielt er als Lehrer für Kontrabass auch die Professur. Noch heute pflegt die Familie diese Kontakte. Stiglmayr gründete einen deutsch-kolumbianischen Freundschaftskreis. In Südamerika wurden auch die Kinder geboren. Zur Schulzeit ging es aber nach Deutschland zurück: Ab 1966 war Otto Stiglmayr einige Jahre lang Solobassist in Dortmund. Danach endlich sah ihn die Heimat wieder. 1972 zog die Familie nach Aschheim, von 1974 bis zum Ende seiner Berufstätigkeit war Otto Stiglmayr Mitglied des Münchner Rundfunkorchesters.
In Aschheim aber wurde Otto Stiglmayr vor allem als Privatmensch heimisch. Leidenschaftlich spielte er Tennis und baute den Tennisverein mit auf. Alt-Bürgermeister Franz Ruthus erkannte das musikalische Potenzial, das Stiglmayr der Gemeinde bringen könnte: Er regte ihn im März 1981 zur Gründung des Blasorchesters an. Stiglmayr sagte sofort Ja, war schließlich 15 Jahre als Vorsitzender und 20 Jahre als Dirigent aktiv, prägte die Qualität des Orchesters. Beim Männergesangverein war er noch bis vor vier Jahren Dirigent, bevor er Conny Gohlke das Amt übergab. Natürlich ernannten ihn die Sänger zum Ehrenmitglied und Ehrenchorleiter.
Seine Musik, sein Leben, ist zu Ende gespielt. Aber sein mit so viel Engagement, Herzblut und Liebe zur Harmonie erfülltes Leben wird in Aschheim weiter wirken und klingen.
A. Ganssmüller-Maluche
Foto: rabe