Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Mathilde Orosa Kirzinger, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
11.06.2010 um 19:02 Uhr von Merkur /Wenn es darum ging, anderen Menschen zu helfen, war ihr nichts zuviel und keine Zeit zu ungünstig. Ihr ganzes Leben hatte Schwester Orosa - mit bürgerlichem Namen Mathilde Kirzinger - der Pflege von Kranken gewidmet. Viele Murnauer kannten die Ordensfrau, die bereits 1951 in die Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen eintrat und am vergangenen Samstag im Alter von 83 Jahren gestorben ist, noch aus dem alten Gemeinde-Krankenhaus, wo sie von 1955 bis 1981 tätig war.
Früh hatte die gebürtige Oberpfälzerin ihren Vater verloren und ihre Mutter bis zum 22. Lebensjahr nach Kräften bei der Betreuung ihrer vier Geschwister unterstützt. In dieser Zeit reifte bei ihr der Wunsch, das Leben der Schwestern im Orden der Armen Franziskanerinnen näher kennen zu lernen. Im Anschluss an ein erstes Novitiatsjahr besuchte Orosa, ihrer besonderen Eignung entsprechend, eine Krankenpflegeschule und erhielt 1955 das Diplom als staatlich anerkannte Krankenpflegerin. Im Jahr darauf legte sie im Mutterhaus ihre Profess ab. 25 Jahre leitete die Ordensschwester die Murnauer Wöchnerinnen-Station. "Mit Geduld, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und fachlichem Können tat sie alles, was den Müttern und Kindern Erleichterung verschaffte und was ihnen gut tat", heißt es in einem Nachruf der Generaloberin ihres Ordens, Hiltrud Baumer. Nebenbei habe sie zudem in der benachbarten internen Station mitgeholfen.
Nach der Auflösung der Wöchnerinnenstation 1981 war sie zunächst im Krankenhaus Zwiesel beschäftigt, danach wirkte sie zehn Jahre im Krankenhaus Hemau. Im Schwesternaltenheim St. Maria in Mallersdorf-Pfaffenberg, half sie in späteren Jahren bei der Altenpflege. Ihr Dienst dort sei nicht äußere Geschäftigkeit gewesen, unterstrich die Generaloberin, vielmehr habe sie mit echtem Wohlwollen versucht, ihren Mitschwestern Hilfe zu geben, bis sie selbst mehr und mehr der Pflege bedurfte. "Sie hat wohl den Sinn ihres Lebens erfüllt." (her)