Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Martin Pronizius, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
15.01.2009 um 21:01 Uhr von Merkur /Es gibt nur selten Menschen, über die niemand je ein böses Wort verlieren würde. "Martin Pronizius war so einer", weiß sein langjähriger Freund und Arbeitskollege bei den Werdenfelser Werkstätten, Peter Pfeiffer. Nach einem Herzinfarkt im August 2007, von dem sich der vierfache Familienvater nie wieder erholte, schloss der Garmisch-Partenkirchner im Alter von nur 56 Jahren für immer die Augen.
Nicht nur für seine Familie, Freunde und Arbeitskollegen ein äußerst schmerzhafter Verlust, sondern auch für die behinderten Menschen, die in den Werdenfelser Werkstätten mit ihm gearbeitet haben. "Für sie übernahm Martin nämlich eine väterliche Rolle", erzählt Werkstattleiter Pfeiffer. "Als Gruppen- und später als Abteilungsleiter hatte er immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Probleme, ging ab und zu sogar privat mit ihnen zum Eishockey." Insgesamt 22 Jahre arbeitete der gelernte Schreiner in der Einrichtung der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe. "Für ihn war das nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung", weiß Pfeiffer. Mit seinem Engagement habe er wesentlich den Aufbau und das Ansehen der Werdenfelser Werkstätten geprägt, vor allem durch die Etablierung des Werkstattladens.
"Zum Ausgleich zu seinem Berufsalltag hat er gerne und viel im Garten gearbeitet", erzählt seine Tochter Lucia. "Soviel Gemüse wie er angebaut hat, konnten wir gar nicht essen", verrät sie halb lachend und halb weinend. Lucia Pfeiffer beschreibt ihren Vater als einen großherzigen und lebensfrohen Menschen, der "die Bedürfnisse anderer stets über die eigenen gestellt hat". Sogar, nachdem Pronizius nach seinem Herzinfarkt blind und pflegebedürftig wurde, habe er nicht gewollt, dass sich seine Familie und Freunde seinetwegen grämen. Vermutlich hätte es Martin Pronizius auch nicht gerne gesehen, dass seine Lieben nach seinem Tod in Trauer und Schmerz versinken. Doch das sei gar nicht anders möglich, sagt Pfeiffer, denn: "Mit Martin verlieren wir einen nicht zu ersetzenden, beliebten und liebevollen Menschen."
Silke Fischer