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Klaus-Dieter Sieloff

* 27.02.1942
† 13.12.2011
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Klaus-Dieter Sieloff, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion, München

18.12.2011 um 14:01 Uhr von Merkur /
Klaus-Dieter Sieloff erlebte das weltberühmte Wembley-Tor im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England live mit. Der ehemalige Fußballprofi saß seinerzeit zwar nur als Ersatzspieler auf der Bank und kam im gesamten Turnier nicht zum Einsatz. Dennoch durfte sich der am 27. Februar 1942 in Tilsit geborene ehemalige Bundesliga-Profi als Vizeweltmeister feiern lassen. Jetzt ist der 14-fache Nationalspieler tot. Sieloff erlag am 13. Dezember 2011 im Alter von 69 Jahren in Stuttgart einer schweren Krankheit. Auch bei der Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko zählte Sieloff zum DFB-Aufgebot. Ein WM-Spiel war ihm aber auch hier nicht vergönnt. Dennoch trug er 14 Mal das Trikot mit dem Bundesadler und erzielte in diesen Spielen immerhin fünf Tore. In einem WM-Qualifikationsspiel gegen Zypern steuerte er einmal sogar einen Doppelpack zum 5:0-Sieg bei. Der Stern Sieloffs als Nationalspieler flammte just zu dem Zeitpunkt auf, als ein anderer großer Fußball-Stern am DFB-Himmel verglomm: Der nur 1,78 Meter große Abwehrspieler gab sein Debüt in der Nationalelf am 7. Juni 1964 in Helsinki gegen Finnland, dem letzten Länderspiel von Bundestrainer-Legende Sepp Herberger. An seinem eigenen Legenden-Status arbeitete Sieloff in seiner aktiven Zeit vor allem bei Borussia Mönchengladbach, bei der er von 1969 bis 1974 dem Ball nachjagte. 1970 und 1971 konnte er mit der Fohlenelf den Deutschen Meistertitel feiern. 1973 gelang der Pokalsieg, der zur Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger berechtigte. Dort spielte sich Sieloff mit der Borussia bis ins Halbfinale gegen AC Mailand, wo es aber eine 0:2-Niederlage setzte. Insgesamt absolvierte Sieloff 22 Europapokalspiele, in denen er zwei Treffer markierte. Vor seiner Zeit bei Gladbach war Sieloff von 1960 bis 1969 auch beim VfB Stuttgart aktiv. In der damaligen Oberliga qualifizierte sich Sieloff mit dem VfB für die erste Bundesligasaison, die 1963 an den Start ging. In der damals neuen höchsten Spielklasse der Republik bestritt er für Stuttgart und Gladbach insgesamt 264 Partien und erzielte dabei 36 Tore. Von 1974 bis 1976 setzte Sieloff seine Karriere bei Alemannia Aachen in der 2. Bundesliga fort. Anhaltende Achillessehnenbeschwerden beendeten das Engagement bei der Tivoli-Elf jedoch auf 43 Spiele mit drei Toren. Seine aktive Karriere ließ Sieloff schließlich beim Amateurligisten TSG Backnang in der Saison 1976/77 ausklingen. Nach seiner aktiven Laufbahn war Sieloff als Verkäufer für Büromöbel und als Betriebssportlehrer bei Daimler Benz in Stuttgart beschäftigt. Seine Tochter Anke machte als Sängerin von sich reden, als sie mit der Gruppe "Clowns" an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1986 teilnahm und später als Opernsängerin am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen engagiert wurde. Seinen Lebensabend verbrachte Sieloff als Pensionär in Vaihingen.