Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Kim Dae Jung, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Redaktion Trauer.de, München
18.08.2009 um 09:52 Uhr von Merkur /Der ehemalige südkoreanische Präsident und Friedensnobelpreisträger des Jahres 2000, Kim Dae Jung, ist tot. Kim, der mit seiner «Sonnenscheinpolitik» eine langjährige Phase der Annäherung an das kommunistische Nordkorea eingeleitet hatte, wurde 83 Jahre alt. Kim ist der zweite Ex-Präsident Südkoreas, der in diesem Jahr starb. Sein direkter Nachfolger im Amt, Roh Moo Hyun, hatte sich im Mai im Alter von 62 Jahren das Leben genommen.
Kim starb am Nachmittag des 18. August 2009 (Ortszeit) nach Herzversagen, wie das Severance Krankenhaus in der Hauptstadt Seoul mitteilte. Der Ex- Staatschef war seit längerem gesundheitlich angeschlagen. Mitte Juli wurde er wegen Grippesymptomen ins Krankenhaus aufgenommen, wo bei ihm eine Lungenentzündung festgestellt wurde. Er musste wiederholt künstlich beatmet werden.
Kim wurde 1925 als Sohn eines Bauern auf der Insel Haui-do in der heutigen südkoreanischen Provinz Jeollanam-do geboren, welche damals zum Japanischen Kaiserreich gehörte. Daher wurde vor allem in den letzten Jahren vor Ende des Zweiten Weltkriegs sein japanisierter Name Kin Daichu verwendet. Er besaß sechs Geschwister. Bis 1943 besuchte er die Handelsschule in Mokpo und fand danach eine Anstellung bei einer Schifffahrtslinie. Nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg und der darauf folgenden Ausgliederung der koreanischen Halbinsel übernahm Kim die Leitung der Firma und baute sie zu einer Reederei aus. Bis 1955 war er der Leiter der Reederei. Daneben war er etwa drei Jahre lang als Herausgeber der Zeitung Mokpo Daily News tätig. 1950, zu Beginn des Koreakrieges, geriet Kim für kurze Zeit in Gefangenschaft.
1995 gründete Kim eine Partei, die er "Nationalen Kongress für neue Politik" nannte. Im Jahr 1997 gelang es ihm Kim Young-sam im Präsidentenamt abzulösen, da dieser durch zahlreiche Korruptionsaffären seine Glaubwürdigkeit verspielt hatte. Kim schloss ein Bündnis mit den Vereinigten Linksdemokraten und wurde am 28. Februar 1998 Präsident des Landes. Als Katholik (seit 1957) hatte er seine Hausmacht im Südwesten Südkoreas, wo Gwangju die Katholikenhochburg ist. Er brach die Tradition, nach der alle seine Amtsvorgänger aus der reichen Gyeongsang-Region stammen: Park Chung-hee, Chun Doo-hwan, Roh Tae-woo und Kim Young-sam. Die Bevölkerung von Jeolla, die mit überwältigender Mehrheit für ihn gestimmt hatte, hoffte, dass er wie bis dahin üblich, seine Heimatprovinz bei Investitionen und Aufträgen bevorzugen würde. Dies war nur in gewissem Umfang geschehen.
Im Jahr 2000 kam das erste Treffen der Staatsoberhäupter von Süd- und Nordkorea zustande: Kim reiste nach Pjöngjang zu Gesprächen mit Kim Jong-il. Dieses Treffen fand im Rahmen der Sonnenscheinpolitik statt, für welche Kim der Friedensnobelpreis des Jahres 2000 verliehen wurde. Die treibende Kraft hinter dieser Politik war im Grunde der Übervater der Hyundai-Gruppe, Chung Ju-yung, der aus dem Norden stammt und versuchte, die Fronten durch Zahlungen an Nordkorea und Investitionen im Norden aufzuweichen. Nach dem Ende der Amtszeit Kims förderten Ermittlungen der Justiz zutage, dass Hyundai-Gelder illegal an Nordkorea geflossen waren und Personen im Umfeld Kims hohe Summen angenommen hatten. Es wurde Kim außerdem vorgeworfen, von Nordkoreas Nuklearwaffenprogramm gewusst, dies aber verheimlicht zu haben.
Foto: dpa