Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Josef Wolfgang Metsch, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
22.06.2009 um 10:52 Uhr von Merkur /Wer durch die Friedhöfe im Landkreis Fürstenfeldbruck wandert, wird allerorts die unverkennbare Handschrift von Josef Metsch entdecken. Der Steinmetzmeister und Bildhauer hat unzählige der Grabsteine geschaffen, die dort stehen. Nun hat er selbst seine letzte Ruhe auf einem Gottesacker gefunden. Mit 72 Jahren hat er Hammer und Meißel für immer aus der Hand gelegt.
Bei seiner Arbeit hat Josef Metsch hellen Stein wie Muschelkalk oder weißen Marmor besonders geliebt. "Josef hatte ein sonniges Gemüt, er war bodenständig und gleichsam kreativ in allem was er anging", erzählt Ehefrau Maria Metsch. Jeder Stein hatte für den Künstler ein Eigenleben, das er erforschte, während er ihn bearbeitete. "Er ist richtig in den Stein hineingegangen, es hat mir immer imponiert, wie frei er arbeitete", erzählt sein langjähriger Freund Kurt Schulz. Der Verstorbene sei regelrecht mit seinem Beruf, der ihm Handwerk und Kunst zugleich bedeutete, verschmolzen.
Modelle oder Skizzen hat der Bildhauer für die wenigsten seiner Werke gebraucht. Die Skulpturen entstanden im seinem Kopf und nahmen dort schon dreidimensionale Gestalt an. Bevor er ein Grabdenkmal entwarf, ließ er sich aus dem Leben des Verstorbenen erzählen, kombinierte dies mit Geschichten aus der Bibel und schuf so ein ausdrucksstarkes Werk.
Die Bibel kannte Metsch gut. Der Bildhauer war tief im christlichen Glauben verwurzelt. Und dieser Glaube spiegelte sich in seinen Werken wider. Auch in seinem Zuhause waren und sind sie allgegenwärtig. Jeder Raum ist dekoriert mit Statuen, Madonnen, Öl- und Aquarellbildern, die er selbst schuf. Und seine Witwe wird daran nichts ändern.
Bei seiner letzten Ruhestätte im Brucker Waldfriedhof ist Josef Metsch wieder umgeben von seinen Werken. Den Grabstein für das eigene Familiengrab Metsch hat er selbstverständlich selbst aus Stein gehauen: Eine Madonna mit Kind wacht nun über seinen wohlverdienten Schlaf.
Text: Angi Kiener
Foto: akk