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Josef Reif

* 09.09.1956
† 22.01.2010
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Josef Reif, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, München

26.01.2010 um 14:10 Uhr von Merkur /
Er machte nie einen Hehl daraus, dass er gegen eine Krebserkrankung kämpfte - und doch kam sein Tod für viele überraschend. Josef Reif, ehemaliger Gemeinderat, Fußball-Erfolgs-Trainer und tragende Säule beim Sportverein Ohlstadt, wurde nur 53 Jahre alt. "Jeder ist ersetzbar, und das ist auch gut so." Sepp Reif über Sepp Reif, damals im Mai 2009. Worte, mit denen er ausführte, dass er nach zehn Jahren im Amt nicht noch einmal als Erster Vorsitzender des SV Ohlstadt kandidieren werde. Der Vorstand, meinte Reif, habe seine Arbeit nahtlos weitergeführt in einer Zeit, in der er selbst sich von seinen Aufgaben habe zurückziehen müssen; in Ohlstadt war seine schwere Erkrankung längst bekannt. Reif, erinnert sich Nachfolger Martin Gratz, sei damals aber eigentlich "sehr guter Dinge" gewesen. Jeder ist ersetzbar? Das mag für Funktionen gelten, für den Vereins-Chef und den Gemeinderat; nicht für den Menschen dahinter. Die Nachricht vom Tod Reifs, der am Freitag im Alter von 53 Jahren starb, traf viele seiner Wegbegleiter ins Mark. "Das war für alle, glaube ich, ein absoluter Schock", sagt Leonhard Zormeier, ehemaliger Fußball-Abteilungsleiter beim SVO. "Er war mit der Krankheit nicht ganz überm Berg, aber es schien auch nicht so unmittelbar." Jahrelang bildete Zormeier ein Team mit Reif, dem Fußball-Trainer und späteren Vorsitzenden. Mit dem Juristen, der aus Grainau stammte und seit 1987 in Ohlstadt lebte, kam der Erfolg. Er besaß kaum Erfahrung als Übungsleiter, führte das Männer-Team aber in seinem ersten Jahr 1992/93 ohne Punktverlust von der damaligen C- in die B-Klasse (heutige Kreisklasse) und schaffte gleich in der folgenden Saison den Aufstieg in die A-Klasse (jetzt Kreisliga). Der SVO war wieder wer im Landkreis. "Er konnte diese ganz junge Mannschaft mit seiner Art begeistern und bewies unheimlich viel Engagement", erinnert sich Zormeier. Es galt die Devise: ganz oder gar nicht. Gründlich und erfolgreich sei Reif gewesen, meint Gratz. "Sepp machte nie halbe Sachen, sondern packte alles mit viel Herzblut an." Ähnlich umschreibt ihn Ohlstadts langjährige Bürgermeisterin Ingrid Bässler, die mit Reif von 2002 bis 2008 im Gemeinderat zusammenarbeitete. Sie würde "ihm das Wort Akribie zuordnen", sagt Bässler. Als er für die Neue Liste Ohlstadt (NLO) gewählt worden sei, "war er einer von denen, die sich dahinterklemmten; er hat alles auf- und sich vorbereitet". Politisch ins Rampenlicht trat Reif als Sprecher des Bündnisses zum Erhalt von Pömetsried. "Er hatte etlichen Anteil daran, dass die Pläne für das Segelfluggelände einige Male korrigiert worden sind zum Wohle von Anliegern und Gemeinde", sagt Rathaus-Chef Anton Fischer (NLO). Zudem habe er Kriterien für Einheimischenmodelle aufgestellt. Reifs Herz indes hing am Sport, er lebte Fußball. "Das war sein Metier", sagt Zormeier. "Da hatte er seine ganz eigene Philosophie." Reif, der als Trainer Charisma besaß, verstand es, anderen etwas zu vermitteln. Eine Fähigkeit, die er als Dozent für Bankrecht in Grainau und Beilngries auch im Beruf einsetzen konnte. Daneben praktizierte er in jüngerer Vergangenheit als Anwalt. Fünf Jahre, bis 1997, war Reif Trainer, danach fieberte und litt er weiter mit "seiner" Mannschaft; ab 1999 führte er den SVO, den mitgliederstärksten Verein im Dorf. Er rief neben vielem anderen weibliche Handball- und Volleyballteams und mit dem SC Murnau den Boschetlauf ins Leben. So lange die Gesundheit mitspielte, war Reif begeisterter Crossläufer, kam fit, trainiert, sportlich daher. 2008 begann der etappenweise Rückzug - erst als Gemeinderat, dann als SVO-Chef. Sepp Reif hinterlässt seine Frau und zwei 19 und 18 Jahre alte Töchter. Silke Jandretzki