Über den Trauerfall (3)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Josef Hanfstängl, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
13.07.2009 um 16:45 Uhr von Merkur /Josef Hanfstängl ist tot. Der beliebte Vertrauenslehrer der Geretsrieder Realschule ist am 10. Juli im Alter von 57 Jahren verstorben. Erst vor wenigen Wochen war der Lehrer für Deutsch, Erdkunde und Ethik aus gesundheitlichen Gründen nach 30 Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden. Schüler, Lehrer und Schulleitung reagierten mit Bestürzung und Trauer auf die Nachricht. "Seine pädagogische Arbeit an unserer Schule war unschätzbar wertvoll. Wer 'Hanfi' erlebt hat, wird ihn nicht vergessen", honoriert die Schule Hanfstängls Wirken. (nej)
Foto: Hermsdorf
Von Luise Enners, Geretsried
14.07.2009 um 19:12 Uhr von Merkur /Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit habe ich heute die Anzeige gelesen. Alle meine 3 Kinder waren an der Realschule und standen immer in irgendeiner Beziehung zu Herr Hanfstängl. Herr Hanfstängl war wirklich ein einmaliger Lehrer, habe Ihn auch während meiner Elternbeiratsarbeit sehr schätzen gelernt. Alle die Ihn kannten werden Ihn vermissen.
Von Dietburg Schröder, Bad Tölz
16.07.2009 um 12:48 Uhr von Merkur /Warmherzig, einfühlsam und offen - ein besonderer Mensch, der die Herzen erreichte, weil er stets dem Guten im Gegenüber begegnete, es stärkte und vertraulich schützte, das Heile, Ganze im Zerbrochenen, Schmerzlichen und Verwirrten erkennen konnte und den kleinen und den großen Schmerz mit seiner sanftmütigen, wissenden Art lindern konnte. "Griasdi, i bin der Sepp", so stellte er sich mir vor, als ich als junge Lehrerin an die Schule kam. Gut aufgehoben fühlte man sich da gleich und das blieb so an seiner Seite all die Jahre. Ehrlich war er und leidenschaftlich trat er für seine Überzeugungen ein (Wer vergisst wohl je, dass Sepp in der Konferenz selbst in scheinbar aussichtlosen "Fällen" stets für den Schüler stimmte? Und dass sich so manches Problem durch ein Gespräch im "Sitzkreis" in Luft auflöste?) und wirkte doch immer versöhnlich dabei. Vielleicht war es seine warme Stimme, die Ruhe beim Sprechen, sein Schmunzeln oder die stets funkelnden Augen, durch die seine Erzählung Schüler und Kollegen stets berührte und gerne zuhören ließ. Selbst schon gezeichnet von der Krankheit verschloss er sich nicht den Sorgen anderer, wirkte und schaffte mit seiner verbliebenen Kraft. So habe ich ihn erlebt in all der Zeit als Kollegin, bewusst wird es mir erst durch den Tod, was er uns allen an Auftrag mitgegeben hat - dem Leben so zu begegnen, wie es unserer besten Idee davon entspricht.
Lieber Sepp, ich danke dir für dein stilles Vorbild.
Von der Kunstlehrerin noch ein Gedicht von Michelangelo, das er nach der Ausmalung der Sixtinischen Kapelle verfasst hat:
"Es sandte mir das Schicksal
tiefen Schlaf.
Ich bin nicht tot,
ich tauschte nur die Räume.
Ich leb in euch,
ich geh in eure Träume, da uns, die wir vereint,
Verwandlung traf."