Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Jon Lord, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
19.07.2012 um 15:47 Uhr von Merkur /Der Großmeister der Hammond-Orgel ist tot. Jon Lord, vor allem bekannt durch die Rock-Legende Deep Purple, verstarb am 16. Juli 2012 im Alter von 71 Jahren in London an den Folgen einer Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Neben seinem Wirken mit Deep Purple galt Lord auch als Vorreiter der Kombination von Rock mit klassischer Musik.
Es gibt wohl kaum einen, der die ersten sieben Töne des Welthits "Smoke on the Water" nicht im Schlaf mitsummen können. Jon Lord war Gründungsmitglied der Band Deep Purple, die mit dem Song einen Jahrtausend-Hit landete. Der am 9. Juni 1941 im englischen Leicester geborene Keyboarder und Hammond-Organist kam bereits im zarten Alter von fünf Jahren mit der Musik in Kontakt: Am Klavier seiner Eltern - zweier Performance-Künstler - erhielt Lord Musikunterricht und entwickelte sich von da an zu einem der besten Tasten-Virtuosen der Welt.
Anfang der 60er-Jahre machte Lord Bekanntschaft mit den Bühnen diverser Jazzkneipen. Er spielte in verschiedenen Bands wie der Bill Ashton Combo oder den Artwoods, die von Art Wood, dem Bruder des späteren Rolling Stone Ronnie Wood, geleitet wurden. Der große Wurf gelang Lord aber im Jahre 1968. Er holte Richie Blackmore (Gitarre) Rod Evans (Gesang), Ian Paice (Schlagzeug) und Nick Simper (Bass) an Bord und gründete Deep Purple.
Mit der Single "Hush" vom Debüt-Album "Shades of Deep Purple" gelang der Band der große Durchbruch. Es folgten zahlreiche Besetzungswechsel und noch mehr legendäre Rockalben. Das bekannteste unter vielen verkauften Alben dürfte in der legendären Mark-2-Besetzung mit Ian Gillan (Gesang), Roger Glover (Bass), Richie Blackmore (Gitarre) und Ian Paice (Schlagzeug) aufgenommene "In Rock" sein, auf dessen Cover Lord und seine Mitstreiter auf dem Mount Rushmore verewigt sind.
Schon zu Deep-Purple-Zeiten experimentierte Lord mit einer Symbiose aus Rock und Klassik. Sein "Concerto for Group and Orchestra", das die Band zusammen mit dem Royal Philharmonic Orchestra in der Royal Albert Hall aufführte, wurde zu einem großen Erfolg. Nachdem sich Deep Purple 1976 zwischenzeitlich aufgelöst hatten, spielte Lord unter anderem bei Whitesnake. Doch 1984 reformierte sich die Band wieder und feierte neuerliche große Erfolge.
2002 verließ Lord Deep Purple dann endgültig und wurde durch Don Airey ersetzt. Lord widmete sich stattdessen verschiedenen Soloprojekten und veröffentlichte mit dem "Durham Concerto" (2007), eine Auftragskomposition der Universität Durham mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, sowie "Boom of the Tingling Strings" (2008) mit dem Queensland Orchestra zwei weitere klassische Werke.
Noch im Jahr 2011 ging Lord mit seinem Jon Lord Blues Project auf Tour. Doch im August teilte der gefeierte Keyboard-Star der Öffentlichkeit mit, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Alle Konzerte für das folgende Jahr wurden abgesagt. Nun verlor der stilprägende Musiker in London seinen Kampf gegen die Krankheit.