Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Johann Häckl, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
18.06.2009 um 14:39 Uhr von Merkur /Er war ein engagierter Bürger der Gemeinde - nun haben ihn die Kräfte für immer verlassen. Johann Häckl ist kürzlich im Alter von 87 Jahren verstorben.
Häckl wurde 1921 in Ensfeld bei Donauwörth geboren und wuchs mit sieben Geschwistern auf einem landwirtschaftlichen Anwesen auf. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft war Johann Häckl landwirtschaftliche Hilfskraft in den Nachbargemeinden seines Heimatortes. "Seine besondere Liebe galt schon von Anfang an den Pferden", erzählt Enkelin Ellen Watzke. Seine berufliche Zukunft fand er zunächst im Pferdegestüt Achselschwang, wo er sich bis zum Vorreiter hocharbeitete. Einige Pferde des Gestüts waren seinerzeit beim Jungbräu in Bruck untergestellt - und Johann Häckl wurde aus diesem Grund 1947 nach Fürstenfeldbruck versetzt.
Durch diese berufliche Veränderung lernte er seine große Liebe Johanna kennen, die er 1948 heiratete. Das Paar bekam zwei Töchter und einen Sohn. Von 1966 bis 1972 war Johann Häckl Mitglied im Gemeinderat und bleibt dort, wie Bürgermeister Michael Schanderl betont, in bester Erinnerung. "Er hat sich stets mit vollem Engagement für das Wohl unserer Bürger und die Belange der Gemeinde eingesetzt."
In Emmering war Häckl bis 1968 als Landwirt tätig. Seine fürsorgliche Einstellung brachte ihn nach Aufgabe der Landwirtschaft anschließend zum Roten Kreuz Fürstenfeldbruck, wo er einige Jahre Berufssanitäter war.
Als seine Ehefrau Johanna erkrankte und vor drei Jahren starb, erfuhr Häckl, was es bedeutet, in einer Großfamilie geborgen zu sein: Vier Generationen wohnten bis zu seinem Tod auf dem Häckl-Anwesen - Familiensinn bedeutete ihm viel. Neben seinen Kindern Hannerl, Angelika und Josef hatte er vier Enkel und zwei Urenkelinnen um sich. Gerne sprang er als Babysitter ein. Und im Radlgeschäft seiner Enkelin sah er ganz selbstverständlich täglich nach dem Rechten.
Bereits vor 30 Jahren nahm er sich des Erhalts der Kapelle am Bahndamm an: Er renovierte sie, stattete sie aus und verhalf ihr zu neuem Glanz. Den Schlüssel für das Kleinod hat er vor seinem Tod seiner Enkelin übergeben. "Ich werde mich gerne in seinem Sinne darum kümmern", versichert Ellen Watzke.
Heuer hätte sich zum 60. Mal Häckls Mitgliedschaft im Männergesangsverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr gejährt. Nicht zuletzt aus diesem Anlass sang ihm der MGV-Emmering die Schubertmesse zur Trauerfeier. Und seine Urenkelinnen Selina und Maria ministrierten beim Trauergottesdienst. "Wenn die Liebe einen Weg zum Himmel fände und Erinnerungen Stufen wären, dann würden wir hinaufsteigen und Dich zurückholen" - mit diesen Zeilen verabschiedeten sie ihren Uropa und unterstrichen, wie enge Bande eine Familie zusammenschweißen können.
Angi Kiener