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Von trauer.de Redaktion, München
16.05.2012 um 18:20 Uhr von Merkur /Tapfer gekämpft und doch verloren
Ingrid Obser, die Seele der Musikschule, stirbt mit 68
Geretsried - Es war Ende Juli 2007, an ihrem letzten Arbeitstag vor den Sommerferien, als die Geretsrieder Musikschulleiterin Ingrid Obser zuhause bewusstlos zusammenbrach. Die Ärzte diagnostizierten einen bösartigen Gehirntumor und gaben ihr nur noch eine begrenzte Zeit zu leben. Doch die damals 63-Jährige stemmte sich mit aller Kraft gegen ihre Krankheit. 16 Monate später stand sie wieder auf der Bühne und dirigierte vor 350 Gästen die von ihr gegründete MischMaschMusi. Jetzt, fast fünf Jahre nach der Diagnose, hat Ingrid Obser den Kampf gegen den Krebs verloren - und die Stadt Geretsried einen herzensguten Menschen.
"Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Macherin", sagte Bürgermeisterin Cornelia Irmer, als Ingrid Obser 2009 der Kulturpreis der Stadt verliehen wurde. "Sie ist eine begeisterte und begeisternde Geretsriederin", formulierte es Laudator Helmut Hahn. Seit die gebürtige Kärtnerin 1971 mit ihrem Mann Werner nach Geretsried gezogen war, engagierte sie sich für das Gemeinwohl. Von 1972 bis 1978 saß Ingrid Obser für die CSU im Stadtrat und setzte sich unter anderem für die Gründung des Jugendzentrums ein. 17 Jahre lang kümmerte sie sich als Ortswaisenrätin um sozial schwache Menschen, wofür sie 2002 auch mit der Isar-Loisach-Medaille des Landkreises ausgezeichnet wurde. Sie war Mitbegründerin der Interessengemeinschaft Kulturförderung, engagierte sich in der Nachbarschaftshilfe "Ich für Dich" und baute das Selbsternteprojekt der Lokalen Agenda in Gelting mit auf.
Doch ihr Leben war die Musikschule. Ingrid Obser gehörte 1979 zu den Gründungsmitgliedern und war bis zu ihrer Krankheit fast 30 Jahre lang Geschäftsführerin. Ihr größter Erfolg war, als die Adalbert-Stifter-Hauptschule Mitte der 1990er Jahre aufgestockt wurde und die Musikschule ihre eigenen Räume bekam. "Mit dem Umzug haben wir einen Riesensprung nach oben gemacht", erinnerte sich Obser später stolz. Von anfangs 300 stieg die Schülerzahl auf 900. Viele herausragende Musiker wie Florian Sagner und Andi Haberl sind aus der Talentschmiede hervorgegangen. Ohne Ingrid Obser wäre die Musikschule nicht das, was sie heute ist: ein Markenzeichen von Geretsried.
Vor einem Jahr verabschiedete sich die "Mutter der Musikschule", wie sie der Vorsitzende Hannes Kirchhofer liebevoll nannte, endgültig aus dem Vorstand. "Mein Tumor macht mir zurzeit Schwierigkeiten", sagte Ingrid Obser fast entschuldigend. Immer wieder Kraft gegeben hat der dreifachen Mutter und sechsfachen Großmutter ihre Familie, vor allem ihr Mann Werner. Um mit ihm gemeinsam Volksmusik spielen zu können, hat sie als junge Frau noch Hackbrett gelernt - als eine der ersten Schülerinnen an ihrer Musikschule. (ss)
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