Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Hildegard Behrens, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
19.08.2009 um 11:31 Uhr von Merkur /Die international renommierte deutsche Sopranistin Hildegard Behrens ist tot. Sie starb am 18. August 2009 in einem Krankenhaus in Tokio im Alter von 72 an einem Aneurysma, wie eine Sprecherin der «Kanshinetsu Music Society Foundation» auf Anfrage mitteilte. Behrens war vor allem als Sängerin der dramatischen Sopranpartien in den Opern Richard Wagners und Richard Strauss' bekannt und trat an den bedeutenden Opernbühnen der Welt auf. Sie hatte sich anlässlich des Kusatsu Academy Music Festivals in Japan aufgehalten, wie die Sprecherin der Organisation weiter mitteilte. Behrens habe sich plötzlich nicht wohl gefühlt. Sie starb in einer Klinik in Tokio.
Hildegard Behrens wuchs in Varel in einer Medizinerfamilie als jüngstes von sechs Kindern auf und besuchte dort und in Oldenburg die Schule. Zunächst studierte sie Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau bevor sie dort an der Musikhochschule das Gesangsstudium aufnahm und auch ihren ersten Bühnenschritt tat. Später begründete sie ihr Studienfach Jura mit dem "Drang, in die Welt zu gehen" und sagte, sie wäre auch gerne Innenarchitektin geworden.
Hildegard Behrens erstes Engagement führte sie an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg. Ihren internationalen Durchbruch schaffte sie mit der Rolle der Agathe in Webers Oper Der Freischütz. Sie sang an den wichtigsten Opernhäusern der Welt, u. a. an der Metropolitan Opera New York und bei den Salzburger Festspielen.
Behrens arbeitete mit bedeutenden Dirigenten und Regisseuren zusammen, beispielsweise mit Claudio Abbado, Leonard Bernstein, Karl Böhm, Christoph Eschenbach, Sir John Eliot Gardiner, Herbert von Karajan, Rafael Kubelik, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Seiji Ozawa, Esa-Pekka Salonen, Giuseppe Sinopoli sowie Volker Schlöndorff und Franco Zeffirelli. 1998 wurde Hildegard Behrens mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis ausgezeichnet.
Ihr Repertoire umfasste fast das gesamte dramatische Rollenspektrum des Wagner- und Straussfachs: Brünnhilde (Ring des Nibelungen), Isolde (Tristan und Isolde) und Elektra (Elektra) gelten als ihre Schlüsselpartien, aber auch dramatische Figuren aus dem Musiktheater des späteren zwanzigsten Jahrhundert verkörperte sie immer wieder.
Ihre Interpretation der Titelfigur Katarina Ismailowa aus Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk und der Jenufa aus Leos Janáceks gleichnamiger Oper sowie der Emilia Marty aus dessen Die Sache Makropulos sind legendär geworden. Luciano Berio komponierte für sie die Oper Cronaca del Luogo, mit der sie 1999 die Salzburger Festspiele eröffnete.