Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Helmut Grießer, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
17.12.2009 um 16:24 Uhr von Merkur /Ganz Holzkirchen trägt seine Handschrift: Helmut Grießer war vielleicht der aktivste Behinderten-Beauftragte im Landkreis. Hartnäckig setzte er sich dafür ein, dass in der Gemeinde Barrieren für Menschen mit Behinderungen verschwinden oder gar nicht erst entstehen. Ein Fürsprecher der Schwachen, der auch Konflikte nicht scheute. Überraschend ist der 66-jährige Holzkirchner jetzt gestorben; gestern fand die Beisetzung statt.
"Wir haben viel von ihm gelernt", sagt Bürgermeister Josef Höß, "er hat uns immer wieder gesagt, was bei Baumaßnahmen für Behinderte wichtig ist." Die Rillen im Bushäuschen am Marktplatz (für Sehbehinderte), der stufenlose Zugang zum alten Friedhof, der Zuschnitt des neuen Kulturhauses oder zuletzt der Badelift im Batusa - Helmut Grießer brachte sich ein. "Und er hatte Durchsetzungsvermögen", sagt Höß aus eigener Erfahrung.
Sich für Schwache stark zu machen, dieser Wesenszug hatte sich am Arbeitsplatz geschärft. Über 30 Jahre arbeitete der Holzkirchner bei Siemens als Gas- und Wasserinstallateur. Sein soziales Engagement mündete dort in die Funktion eines stellvertretenden Behinderten-Beauftragten. Der Handwerker, bis dahin zuweilen ein Feuerkopf, wühlte sich in Gesetzestexte und belegte Schulungen. Es gelang ihm, bei Einzelschicksalen Hilfe zu organisieren. Diese Erfahrungen brachte er seit 2003 als Behinderten-Beauftragter Holzkirchens ein. "Wir hatten noch viel miteinander vor", sagt Höß.
In einer Reha-Klinik, im Nachgang einer Knie-Operation, schlief der Holzkirchner vor wenigen Tagen ein und wachte nicht mehr auf. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Töchter. (avh)