Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Helmut Drescher, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
28.05.2010 um 10:15 Uhr von Merkur /"Der Erfinder des Langlaufs im Isarwinkel" - so erinnert man sich noch heute an Helmut Drescher. Viele haben ihn kennengelernt - sei es als Lehrer für Sport, Erdkunde und Biologie am Tölzer Gymnasium oder als Trainer des nordischen Skisports, den er im Landkreis mit Begeisterung und Sachverstand etabliert hat. Seinen 91. Geburtstag am kommenden Montag durfte der dreifache Familienvater sowie mehrfache Groß- und Urgroßvater nicht mehr erleben. Er starb am vergangenen Samstag.
Seine Liebe zum Sport und zur Natur haben das Leben des 1919 im Sudetenland geborenen Lehrers geprägt. An der deutschen Uni in Prag studierte er Sport und Biologie, bevor der begeisterte Ski-Athlet als Gebirgsjäger nach Mittenwald kam. Über Gustl Berauer, Deutschlands ersten nordischen Skiweltmeister (1939), kam Drescher nach dem Krieg nach Schliersee, wo er 1948 seine spätere Ehefrau Marianne kennenlernte. 1949 setzte er sein Lehramtsstudium in München fort. Über Günzburg und Zwiesel, wo er mit dem Skiverband und dem 40-fachen Deutschen Meister im Langlauf, Walter Demel, zusammenarbeitete, kam er 1963 nach Tölz, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1983 blieb.
Hier im Isarwinkel konnte er all das verbinden, was ihm wichtig war: Familie, Beruf, Sport und Natur. So etablierte "der Fuzzy", wie er liebevoll von seinen Schülern genannt wurde, Langlauf im differenzierten Sportunterricht, führte Schul-Landesmeisterschaften ein und schaffte es, dass das Kultusministerium für Tölz 40 Ausrüstungen für den Unterricht stellte.
Viele seiner Schüler blieben dem Sport treu. So erinnert sich Landrat Josef Niedermaier gern an das Schultraining auf dem verschneiten Sportplatz an der Peter-Freisl-Straße: "Er hat unglaublich viel Wert auf Technik gelegt." Davon hat Niedermaier zuletzt Anfang März beim Wasa-Volkslanglauf in Schweden profitiert. "Auf diesen 90 Kilometern habe ich oft an ihn gedacht."
Zudem machte Drescher schon in den 70er-Jahren in bester Pionier-Manier Video-Aufnahmen vom Training und analysierte diese. Hanns Rein, langjähriger Vorsitzender und Kassier beim Skiclub Tölz, sagt: "Er war ein großer Motivator, der viel bewegte."
Im Ruhestand zog es Drescher zurück nach Rinchnach im Bayerischen Wald. Dort war er bis zuletzt aktiv, bevorzugt im Garten. Nicht nur für seine Familie hinterlässt sein Tod eine große Lücke. (ddy)