Über den Trauerfall (2)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Hartmut Rogall, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Elisabeth Böck, Garmisch-Partenkirchen
03.07.2010 um 13:08 Uhr von Merkur /Lieber Dr. Rogall,
danke für die lange Zeit, die Sie mich durch Krankheit, IVF und Schwangerschaft begleitet haben. Elisabeth und Dominik Böck
Von Trauer.de Redaktion, München
06.07.2010 um 10:56 Uhr von Merkur /Täglich erhält die Familie Beileidsbekundungen. Auch Tage nach der Beerdigung von Dr. Hartmut Rogall ist sie bewegt von der großen Anteilnahme. "Es tut gut zu erfahren, wie geschätzt und beliebt mein Mann nicht nur als Gynäkologe war", meint seine Ehefrau Inge. Im Auto, auf dem Weg von einer Untersuchung im Klinikum Großhadern zurück nach Grainau, war der Mediziner an ihrer Seite gestorben, während sie gefahren war. Seit einer 1996 erkannten Stoffwechselerkrankung, die 1997 auch eine Lebertransplantation zur Folge hatte, war die Gesundheit Rogalls eingeschränkt. Er rappelte sich immer wieder auf, trotzte seinem Leiden und arbeitete bis vor zwei Jahren in seiner Praxis als Gynäkologe, bevor er sie - nach 33 Jahren - der Tochter übergab.
Die Frauenheilkunde war für den am 29. August 1942 in Frankfurt/Main geborenen Mediziner nicht Beruf, sondern Berufung. Er war mit seiner Kompetenz, mit seiner ruhigen Art, die er ausstrahlte, Arzt und Vertrauensperson. Tausende Frauen hat er in der Schwangerschaft begleitet, ihnen Sicherheit vermittelt.
Nach seinem Medizinstudium in Köln und Wien hatte sich Rogall für die Gynäkologie entschieden und Erfahrung im Evangelischen Krankenhaus Weyerthal gesammelt. 1975 wagte die junge Familie mit den damals kleinen Töchtern Christina und Kathrin den Weg in die Selbstständigkeit, fand in Grainau ihr Zuhause und baute in Garmisch-Partenkirchen eine Praxis auf. 1978 kam die dritte Tochter Caroline zur Welt.
Wie Hartmut Rogall mit Leib und Seele Gynäkologe war, war er auch absoluter Familienmensch. Besonders wichtig waren ihm gemeinsame Urlaube, später auch mit den Enkeln. Seinen Ausgleich zum Beruf fand der Mediziner beim Volleyball und beim Motorradfahrten. Gesellschaftlich engagierte sich Rogall beim Rotary-Club, dem er seit 1988 angehörte, und seit 1976 in der Garmischer Sanitätskolonne, die sein großes Engagement vielfach würdigte.
Margot Schäfer