Über den Trauerfall (3)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Hans Apel, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
10.09.2011 um 23:56 Uhr von Merkur /Der langjährige Bundesminister und SPD-Politiker Hans Apel ist tot. Am 25. Februar 1932 in Hamburg geboren, war Apel in den Jahren von 1974 bis 1978 Finanzminister und von 1978 bis 1982 Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland. Der Vater zweier Töchter und vierfache Großvater verstarb am 6. September 2011 nach zweijähriger Krankheit in seiner Heimatstadt Hamburg.
Apel machte sein Abitur 1951 auf dem Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek in Hamburg. Danach absolvierte er eine Lehre zum Import- und Exportkaufmann, sowie anschließend ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Hamburger Universität. Dort promovierte er mit einer Arbeit über den britischen Wirtschaftswissenschaftler und Historiker der Wirtschaftsgedanken Edwin Cannan.
Bereits 1955, ein Jahr nach Beginn seines Studiums, trat Apel in die SPD ein. Innerparteilich folgte er dem rechten Flügel der Sozialdemokraten. Seine politische Karriere verlief steil. Unter anderem war er von 1958 bis 1961 Sekretär der Sozialistischen Fraktion im Europäischen Parlament in Straßburg. Im Folgejahr wurde er als Beamter zum Abteilungsleiter für die Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie für die Verkehrspolitik beim Europäischen Parlament. Von 1965 bis 1990 gehörte er dem Deutschen Bundestag an, von 1965 bis 1970 außerdem dem Europaparlament. Er war von 1969 bis 1972 sowie von 1983 bis zum 1988 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Von 1969 bis 1972 hatte er außerdem den Vorsitz des Ausschusses für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen inne. Beim Bundesaußenminister fungierte er von 1972 bis 1974 als Parlamentarischer Staatssekretär.
1990 schied Apel nach 25 Jahren aus dem Bundestag aus. Zwar zog er sich aus der aktiven Politik zurück, mit Buchveröffentlichungen machte er sich aber als weiterhin kritischer Beobachter des politischen Geschehens einen Namen. In "Die deformierte Demokratie" rechnete er mit Parteienherrschaft und -klüngel ab, in "Der kranke Koloss: Europa - Reform oder Krise" nahm er die damalige Europäische Gemeinschaft als "eine teure Illusion" ins Visier. 2010 erschien schließlich seine Autobiografie "Hans, mach du das".
Apel galt immer als sehr volksnah. Seine Telefonnummer ließ er bewusst im Telefonbuch veröffentlichen. Seine Nähe zum Deutschen Volk dokumentierte er stolz mit rund 10.000 Hausbesuchen. Privat war Apel ein glühender Anhänger des Fußballclubs FC St. Pauli, bei dem er seit 1947 Mitglied war. Von 1988 bis 1991 hatte er dort den Funktionärsposten als Vizepräsident inne, und von 1997 bis 1998 war er Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins.
Von Albrecht Rothacher, Bruessel
30.10.2011 um 07:07 Uhr von Merkur /Der Nachruf ist weitgehend aus Wikipedia abgeschrieben. Das Lebenswerk von Hans Apel haette dem Redakteur etwas mehr Muehe wert sein sollen
Von Gerhard Gundlach, Dortmund
11.12.2011 um 15:45 Uhr von Merkur /Hans Apel war ein geistiger Vater der konservativen Sozialdemokratie. Er war Vorbild für den späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder, auch Gazprom Gerhard genannt.Das Motto der Bewegung lautet:"Nichts verändern was der Wirtschaft schaden könnte."Soziale Gerechtigkeit und Gleichbehandlung aller Bürger ist dieser Bewegung fremd.