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Georg Schober

* 03.12.1934
† 11.10.2025
Erstellt von Merkur und TZ
Angelegt am 13.10.2025
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Über den Trauerfall (2)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Georg Schober, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Mit Liebe und Leidenschaft für die Heimat

15.10.2025 um 08:48 Uhr von Merkur /
Foto Mit Liebe und Leidenschaft für die Heimat für Georg Schober

Mit Liebe und Leidenschaft für die Heimat

15.10.2025 um 08:45 Uhr von Merkur /

 Hotelier und langjähriger Zweiter Bürgermeister Georg Schober hochbetagt gestorben

 

Krün - Zuhause friedlich entschlafen ist am vergangenen Samstag im Alter von 90 Jahren Georg Schober, ehemaliger Hotelier und langjähriger Zweiter Bürgermeister von Krün.

Als einziges Kind von Georg und Katharina Schober kam er am 3. Dezember 1934 in der Isartalgemeinde zur Welt. Dort wuchs er behütet in einfachen Verhältnissen im Gasthof Post auf, den seine Eltern führten. Nach der Volksschule besuchte Schober im Kloster Ettal das Internat. Der Verstorbene stand in vielen Bereichen zeitig mit beiden Beinen im Leben. Früh stieg er auch ins elterliche Geschäft ein. Mit 18 Jahren lernte er dort seine Frau Marianne kennen und lieben, mit der er 68 Jahre glücklich verheiratet war.

Als die Liaison nicht ohne Folgen blieb und 1955 der älteste Sohn Georg unterwegs war, legalisierten die zwei die Verbindung durch Heirat. „In der erzkonservativen Zeit wurde das damals nicht so locker gesehen. Ich wollte ja meinen Buben aufwachsen sehen“, beschrieb Schober mit dem für ihn typischen verschmitzten Gesichtsausdruck bei der Eisernen Hochzeit diesen bewegten Abschnitt. 1959 komplettierten die weiteren Kinder Christoph und 1964 Maria das Familienglück.

1956 erfolgte ein großer Schritt: Der Umzug in den neu erbauten „Alpenhof“ an der Edelweißstraße. Seitdem wurde das renommierte Hotel, das er mit seiner Frau geschaffen, geführt, laufend erweitert und mit Weitblick modernisiert. Der handwerklich begabte Hotelier konnte in vielen Bereichen anfallende Arbeiten selbst in seiner maschinell gut sortierten Werkstatt erledigen.

Die Schobers trauten sich einiges an großen Investitionen in die Zukunft zu. Eine Pionierleistung war beispielsweise das erste Hallenbad, das man in einem Hotel im Landkreis realisierte. „Rund 100 000 Gäste dürften die beiden beherbergt haben“, schätzt Nachfolger Georg Schober, der 1994 den Betrieb übernahm.

Sein Vater liebte die Natur. Das kam in seinem riesigen Garten besonders zum Ausdruck, in dem er gerne mit viel Fachwissen und Freude werkelte. Die hatte der „Schober Schorsch“ auch am Gemeinwesen. Als sozialer und gesellschaftlich engagierter Mensch war er in der Gemeinde verwurzelt und geschätzt. Er gehörte rund 15 Vereinen an und war ehrenamtlich bei der Feuerwehr und Bergwacht aktiv. Dort war er mit seinen Diavorträgen „Krün in den Vierjahreszeiten“, die nicht nur das Freizeitangebot der Kurverwaltung erhöhte, eine Stütze. Der Fremdenverkehrsreferent zeigte sein großes Herz für die Bergwacht dergestalt, dass die Erlöse in deren Kasse flossen.

Wo er konnte, unterstützte er die verschiedenen Institutionen mit Tatkraft und auch finanziell. Nach seiner Devise „leben und leben lassen“ ließ er sich nicht lumpen. Die Schützengesellschaft ernannten ihn dafür zum Ehrenmitglied. 24 Jahre wirkte er – je zur Hälfte für die Bürgerliche Wählergemeinschaft, dann für die CSU – als Gemeinderat. Davon lange Zeit als Zweiter Bürgermeister.

Er wirkte in dem Gremium ausgleichend. Rebellisch wurde er, als es gegen die monströse Stromleitung durchs Isartal ging. Dort schloss er sich einer Bürgerinitiative an und übergab mit einer kleinen Delegation in München die lange Unterschriftsliste an den damaligen Finanzminister Max Streibl. Die Gemeinde zeichnete Georg Schober für seine kommunalen Verdienste mit der Goldenen Ehrenmedaille aus, der zweithöchsten Auszeichnung der Gemeinde.

Zu Wasser, zu Land und in der Luft – reiselustig war das Ehepaar Schober immer schon. Von Spitzbergen über Hawaii bis Südtirol bereisten sie die halbe Welt. Kreuzworträtsel blieben bis zu seinem Lebensende, das die letzten Jahre mühsam war, seine Leidenschaft. „Seinen Kindern und Schwiegerkindern, sechs Enkeln und fünf Urenkeln wird er als herzensguter Mensch in Erinnerung bleiben“, ist sein Sohn Christoph überzeugt.

Die ebenfalls vom Schober Schorsch geestiftete Glocke im Turm der Kapelle Maria Rast wird mit ihrem Klang immer an ihn erinnern.     

LEONHARD HABERSETZER

 

Biografische Daten: Geboren am 3. Dezember 1934 in Krün,

gestorben am 11. Oktober 2025 in Krün