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Georg Öttl

* 14.04.1936
† 10.05.2012
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In Trauer um einen guten Freund und Arbeitgeber

MERKUR & TZ

vom 19.05.2012

Von trauer.de Redaktion, München

14.05.2012 um 11:02 Uhr von Merkur /
Aufgeben kam für Georg Öttl nicht in Frage. Sein ganzes Leben lang hat er gekämpft: für den Neubau des Walchenseer Feuerwehr-Hauses, für die stete Erneuerung seiner Traditionswirtschaft "Edeltraut" und fürs Überleben. Diesen letzten Kampf hat er nun verloren: Am Donnerstag starb Öttl (76) im Kreis seiner Familie. Dem Krebs hat er bis zuletzt getrotzt. Noch am 1. Mai stand er am Tresen und half Sohn Georg (52) am Festtag im Gasthaus aus. "Der Kontakt mit den Menschen im Ort war ihm immer eine Herzensangelegenheit", sagt der Junior, der die Geschäfte jetzt in der dritten Generation weiterführt. Schon sein Großvater bewirtete die Vereine, Touristen und Einheimischen in dem Traditionshaus aus dem Jahr 1906. Hatte Georg Öttl senior anfangs noch als Koch hinter den Kulissen gewirkt, so wechselte er später immer mehr in den Service und in den direkten Kontakt zu den Gästen. "Auf diese Weise kam es auch zum starken Engagement in den Vereinen", sagt Sohn Georg. Kein Wunder: Als Wirt befand sich der Vater im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens am Walchensee. Als das Internet Anfang der 90er Jahre noch in den Kinderschuhen steckte, erkannte Öttl die Wirkkraft des neuen Mediums. "Er brachte die Internet-Präsenz der Gasthöfe voran und bündelte die Zimmer-Vermietung des Ortes auf einer Online-Seite", erinnert sich der Sohn. Mit seinem bewegten Leben hat Georg Öttl am Walchensee deutliche Spuren hinterlassen. 40 Jahre lang sorgte er als aktives Mitglied der Feuerwehr für die Sicherheit der Menschen im Ort, 22 Jahre davon als Kommandant. Der Neubau des Feuerwehrhauses ist nur eine Hinterlassenschaft aus dieser Zeitspanne. Auch als Vorstand der Walchenseestiftung und Vorsitzender des Verkehrsvereins prägte er das Ortsbild wie kein anderer. Ein Verdienst, das ihm im Jahr 2003 die Bürgermedaille in Silber bescherte. "Dabei waren ihm die Auszeichnungen nie so wichtig wie die Belange des Ortes", betont Sohn Georg. Er habe sich stets um die aktuellen Projekte gekümmert und alles für seine Überzeugung getan. "Als der Kanal hier gebaut werden sollte, hat mein Vater vehement protestiert", erinnert sich der Sohn an das Engagement des Vaters. Private liebte der Gastwirt die Geschwindigkeit auf zwei Rädern: Mit Mitte 50 entdeckte er seine Leidenschaft für Motorräder, die er bis ins 70. Lebensjahr hinein pflegte. Er hat sich auch auf Glatteis sicher bewegt: Beim Eisstockschießen fand der viel beschäftigte Gastronom Entspannung und Ruhe. Bis zum Schluss liebte er die Gesellschaft seiner großen Familie. Die drei Enkeltöchter und beide Söhne ebenso wie Ehefrau Elisabeth waren in den schweren Stunden ebenso wie auch in glücklichen Tagen stets an seiner Seite. cj

MERKUR & TZ

vom 12.05.2012
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