Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Georg Kreisler, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
24.11.2011 um 18:22 Uhr von Merkur /Georg Kreisler galt als Meister des schwarzen Humors und der kompromisslosen Satire. Mit spitzzüngigen Liedern wie "Tauben vergiften im Park" feierte der US-Amerikaner mit österreichischen Wurzeln große Erfolge im gesamten deutschsprachigen Raum. Jetzt ist der Musiker, Kabarettist und Schriftsteller tot. Er erlag am 22. November 2011 im Alter von 89 Jahren in Salzburg einer schweren Infektion.
Kreisler, der als Sohn des jüdischen Rechtsanwaltes Siegfried Kreisler und dessen Frau Hilda am 18. Juli 1922 in Wien geboren wurde, musste 1938 mit seinen Eltern nach dem "Anschluss" Österreichs in die USA emigrieren, um den drohenden Repressalien nach den Rassengesetzen des Nationalsozialismus zu entgehen. In Hollywood kam Kreisler in Kontakt mit dem Filmgeschäft. Nach Kriegsende arbeitete er dort unter anderem mit Charlie Chaplin zusammen. Aufgrund des nur mäßigen Erfolgs an der Westküste zog er schließlich nach New York um, wo er als Unterhalter in Nachtclubs auftrat.
Bereits 1943 hatte Kreisler die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen. Zu seiner österreichischen Heimat hatte er er zwiespältiges Verhältnis. So sagte er einst über seine Geburtsstadt Wien: "Diese Stadt hat nie einen Finger für mich gerührt." Dass er seinem Heimatland trotz des Wechsels der Staatsbürgerschaft aber weiterhin in gewisser Weise verbunden blieb, zeigt folgende Aussage: "Heimat bleibt eben Heimat, auch wenn man mit ihr geschlagen ist."
Der anhaltend mäßige Erfolg in den Staaten war schließlich Auslöser dafür, das Kreisler ab 1955 wieder sein Glück in Europa versuchte. In Wien trat er erstmals mit deutschsprachigen Chansons auf, stieß mit seinen satirischen Texten aber nicht immer auf Begeisterung. Kreisler wurde daraufhin zum "Europa-Bummler". Sein Weg führte über München nach Berlin, weiter nach Hof bei Salzburg und nach Basel, und schließlich wieder zurück nach Salzburg. Seit 2001 trat Kreisler nicht mehr mit seinen Liedern auf, sondern widmete sich dem Schreiben von Romanen, Kurzgeschichten und Essays. 2009 erschien seine Autobiografie "Letzte Lieder".
Kreisler heiratete mit 19 Jahren in den USA Philine Hollaender, die Tochter des Kabarettisten und Komponisten Friedrich Hollaender. Die Ehe hielt aber nicht lange. Es folgte eine Ehe mit Topsy Küppers, die aber ebenfalls keinen Bestand hatte. Sein privates Glück fand Kreisler erst mit Barbara Peters. Er hatte zwei Söhne und eine Tochter, Sandra, die ebenfalls als Chansonsängerin tätig ist.