Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Friedrich Schoenfelder, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
19.08.2011 um 11:51 Uhr von Merkur /Friedrich Schoenfelder, Grandseigneur der deutschen Bühne und beliebter Gentleman-Darsteller in Film und Fernsehen, ist tot. Der am 17. Oktober 1916 in Sorau in der Niederlausitz geborene Architektensohn verstarb am 14. Oktober 2011 im Alter von 94 Jahren in Berlin. Wie seine Agentin mitteilte, ist der beliebte Schauspieler friedlich im Kreise seiner Familie dahingeschieden. Berühmt wurde er unter anderem für seine Rollen des Professor Higgins und des Oberst Pickering im Musical "My fair Lady".
Schoenfelder holte sich an der Schauspielschule des Preußischen Staatstheaters unter Gustaf Gründgens seinen darstellerischen Feinschliff. Hier gab er 1936 auch sein Bühnendebüt. Der Zweite Weltkrieg mit Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrach seine Schauspielkarriere, die er danach am Württembergischen Staatstheater Stuttgart wieder aufnahm. Es folgten Engagements am Deutschen Theater Göttingen und an den Städtischen Bühnen Frankfurt, ehe Schoenfelder 1958 freier Schauspieler wurde. Neben seinem Hauptbetätigungsfeld an verschiedenen Häusern in Berlin hatte er auch Engagements in zahlreichen anderen deutschen , schweizer und österreichischen Häusern.
Nachdem der Wahlberliner früh ergraute, wurden die Rollen als distinguierter Gentleman zu seinem Markenzeichen. Mit seinem Manjou-Bärtchen und seinem Berliner Humor verkörperte er die hierfür nötige Noblesse. Das bewies er in seinen Rollen unter anderem in Curth Flatows Lustspiel "Romeo mit grauen Schläfen" oder dem großen Publikumserfolg "Vater einer Tochter" mit Georg Thomalla. Seit 1948 arbeitete Schoenfelder auch beim Film. Nach einigen Hauptrollen war er ab Ende der 1950er Jahre vor allem ein vielbeschäftigter Nebendarsteller. Er spielte Rollen unter anderem in diversen Edgar Wallace-Verfilmungen, "Die drei Damen vom Grill" oder "Otto - Der Film". Auch für das Fernsehen wurde Schoenfelder gerne engagiert wie seine zahlreichen Rollen in Serien wie "Tatort", "Der Landarzt" oder zuletzt in der "SOKO Stuttgart"-Folge "Todesengel" bewiesen.
Seine markante, sonore Stimme sorgte zudem dafür, dass der beliebte Schauspieler auch immer wieder als Synchronsprecher eingesetzt wurde. So fungierte er unter anderem bei "Ewoks - Die Karawane der Tapferen", "Die schöne und das Biest" oder "Little Britain". Außerdem lieh er dem amerikanischen Zoologen Marlin Perkins in der Serie "Im Reich der wilden Tiere", dem Dr. Wasdenn in "Basil, der große Mäusdetektiv" oder dem Doc Hudson im Disney-Hit "Cars" seine klangvolle Stimme. Insgesamt wirkte Schoenfelder in über 140 Filmen, in zahlreichen Hörspiel- und Radiosendungen, sowie in der Werbung.
2006 erhielt er den Deutschen Preis für Synchron für sein herausragendes Gesamtwerk in der Synchronarbeit, 2007 den Synchron-Zuhörerpreis Die Silhouette in der Kategorie Lebenswerk. Anlässlich seines 80. Geburtstages veröffentlichte er 1996 seine Memoiren "Ich war doch immer ich".