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Franz Josef Degenhardt

* 03.12.1931
† 14.11.2011
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Franz Josef Degenhardt, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion, München

15.11.2011 um 22:33 Uhr von Merkur /
Er galt als "singender Anwalt" und "schreibender Barde". Und auch als Anwalt machte er sich einen Namen. Die Rede ist von Franz Josef Degenhardt. Der am 3. Dezember 1931 in Schwelm (Provinz Westfalen) geborene Liedermacher, Schriftsteller und Anwalt erhielt Zeit seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen für sein künstlerisches Werk. Am 14. November 2011 ist er im Alter von 79 Jahren in seiner Heimat Quickborn gestorben. Degenhardt war schon immer ein politischer Mensch. 1961 trat er in die SPD ein, wurde jedoch 1971 ausgeschlossen. Er hatte in Schleswig-Holstein zur Wahl der DKP aufgerufen, der er im Jahre 1978 schließlich beitrat. Auch als Liedermacher politisierte Degenhardt in seinen Texten regelmäßig. Er war eine Stimme der 68er-Bewegung und engagierte sich für die Ostermarschbewegung, die Proteste gegen den Vietnamkrieg, die Berufsverbote und die Notstandsgesetze. Berühmt wurde er vor allem durch das Lied "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern", das 1965 auf dem gleichnamigen Album veröffentlicht wurde. Insgesamt nahm Degenhardt rund 30 Alben auf und war auf zahlreichen Samplern vertreten. Er gewann unter anderem den deutschen Schallplattenpreis und den deutschen Kleinkunstpreis. Darüber hinaus verfasste er eine ganze Reihe Romane, die zum Teile deutliche autobiografische Züge aufwiesen. Oft waren Rechtsanwälte oder Liedermacher die Protagonisten, ein Roman hieß gar "Der Liedermacher". Seinen ersten Roman "Zündschnüre" veröffentlichte er im Jahr 1973. Das Buch wurde sogar fürs Fernsehen verfilmt. Es folgten insgesamt sieben weitere literarische Werke. Auch der Roman "Brandstellen" wurde verfilmt. Wie schon für "Zündschnüre" lieferte Degenhardt auch hier die Drehbuchvorlage. Vor seiner künstlerischen Karriere belegte er von 1952 bis 1956 das Studium der Rechtswissenschaften in Köln und Freiburg. Nach dem Ablegen des zweiten juristischen Staatsexamens im Jahr 1960 arbeitete er ab 1961 für das Institut für Europäisches Recht der Universität des Saarlandes. Er promovierte 1966. In den Jahre 1972/73 verteidigte er Mitglieder der Baader-Meinhoff-Gruppe. Degenhardt hatte zwei Söhne, Jan und Kai Degenhardt, die ebenfalls als Liedermacher Solo-Alben veröffentlichten. Gemeinsam mit seiner Familie lebte er bis zuletzt in Quickborn (Kreis Pinneberg), wo er im Kreis seiner Familie verstarb.