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Franz Reindl

† 17.11.2006
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Franz Reindl, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

29.11.2006 um 19:54 Uhr von Merkur /
1934 spielte Franz Reindl erstmals in der ersten Mannschaft des ECT. 1951 beendete er seine Laufbahn. Es wäre gewiss eine große Karriere geworden. Der Weltkrieg machte die Lebensplanung zunichte. Jakob Probst ist über Jahrzehnte ein Weggefährte von Franz Reindl gewesen. Der "Frank", wie er von seinen Freunden genannt wurde, sei für ihn so etwas wie ein Vorbild gewesen. Probst kennt viele amüsante Episoden aus dem Leben seines verstorbenen Freundes, der sich nicht nur fürs Eishockey, sondern auch für den Eiskunstlauf und später für das Tennis begeisterte. "Ein raffinierter Spieler" sei Reindl gewesen und beim Eishockey "praktisch nie auf der Strafbank". Einmal allerdings geriet der Tölzer wegen eines Fouls in eine ausgesprochen missliche Situation. In einem Spiel gegen Ambri Piotta traf Franz Reindl bei einer gründlich misslungenen Aktion seinen Gegenspieler unabsichtlich mit dem Schläger am Kopf. Es war ein kanadischer Zwei-Meter-Hüne, dessen Miene unschwer erraten ließ, was nun gleich passieren würde. Reindl nutzte seine läuferische Überlegenheit und machte sich aus dem Staub. "Der Kanadier hätte ihn vermutlich erschlagen", zeigt Jakob Probst für die eilige Flucht Verständnis. Viele Jahre haben die Freunde nach dem Ende ihrer Eishockey-Karrieren zusammen für den TC Rot-Weiß Bad Tölz in der Tennis-Bezirksliga gespielt. In seiner Freizeit ging der recht erfolgreiche Geschäftsmann gerne auch mit der Kamera auf die Pirsch. Besonders die Sportfotografie hatte es ihm angetan. In Penzberg hat sich Franz Reindl vor Jahrzehnten ein Reihenhaus gekauft. Doch die Brücken in seine Heimatstadt hat er nie abgebrochen. Einmal in der Woche kam er nach Bad Tölz, um mit Freunden im Bräustüberl einen gepflegten Schafkopf zu klopfen. Und wer weiß, vielleicht käme er noch immer. Ein häuslicher Sturz, von dessen Folgen sich der 87-Jährige nicht mehr erholte, setzte einem erfüllten Leben nun ein Ende. Hans Staar