Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Franz Braun, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Garmisch-Partenkirchen
06.10.2015 um 11:00 Uhr von Merkur /
Garmisch-Partenkirchen – Verlässlichkeit, hintergründiger Humor und stete Freundlichkeit: Das waren die Markenzeichen eines Mannes, der sich um Garmisch-Partenkirchen hohe Verdienste erworben hat: Im Alter von 82 Jahren starb nach längerer Krankheit Franz Braun, von Beruf Kraftfahrzeugmeister, von Berufung Kommunalpolitiker, aus Freude an seiner Heimat Mitglied zahlreicher Vereine und - 14 Jahre lang Zweiter Bürgermeister.
Bei seiner Beerdigung am Donnerstag werden darum nicht nur seine vielen Bekannten aus Partenkirchen, Garmisch und dem ganzen Landkreis am Grab stehen, sondern auch seine zahlreichen politischen Freunde von einst und jetzt. Denn Braun, seit 45 Jahren Mitglied der CSU, war schon 1972 in den Gemeinderat gewählt worden und verblieb dort 30 Jahre bis 2002 – solange wie auch der verstorbene Bürgermeister Toni Neidlinger.
Zusammen mit ihm wirkte Braun auch im Rathaus – als ehrenamtlicher Zweiter Bürgermeister von 1978 bis 1992. „Man hat mir zwar angeboten, hauptamtlich zu arbeiten“, sagte er einmal, „doch wegen meines Berufs konnte ich nur halbtags tätig sein“. 14 Jahre – solange wie er hat noch nie ein Rathaus-Vize in Garmisch-Partenkirchen Dienst geleistet. Damit nicht genug, war Braun auch von 1978 bis 2002 Kreisrat und Mitglied im Kreisausschuss.
Seine politische Arbeit wurde im Laufe der Jahre mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt, unter anderem mit dem Ehrenring der Marktgemeinde und der Goldenen Medaille des Landkreises.
Beruflich hat er das Kraftfahrzeug-Handwerk erlernt, avancierte 1958 zum Meister und leitete ab 1964 zusammen mit seinem Vater das elterliche Autohaus, ehe er es 1971 allein übernahm. Die Firma, einst mit den Borgward-Werken verbunden, wurde anschließend Händler der Auto-Union, die dann mit VW fusionierte, woraufhin Braun Audi- und VW-Vertragshändler war, ehe er sie 1994 an das Autohaus Hornung veräußerte.
Aus seiner 58 Jahre währenden glücklichen Ehe gingen Sohn Franz und Tochter Monika hervor, die ihm vier Enkelkinder schenkten. Dass sich ein Mann wie Braun natürlich auch bei vielen Vereinen engagierte, versteht sich von selbst. Unter anderem war er Mitglied bei den Trachtlern, den Zimmerbixlern, beim Stopselclub und dem Turnverein – vor allem aber bei der Feuerwehr, bei der er jahrelang im Verwaltungsrat tätig und von 1971 bis 1986 auch Vorsitzender war. 23 Jahre lang erwarb sich Braun auch Ansehen als Zweiter Vorsitzender der Volkshochschule.
Für große Reisen blieb ihm da nicht viel Zeit, auch wenn er ein paarmal als Bürgermeister zu Partnerstädten und WM-Bewerbungen dienstlich nach Amerika, Kanada, Finnland und Frankreich musste. In Sachen Hobbys zeigte er sich ebenso bescheiden: Radeln, Schwimmen, den Hund ausführen, Ziehharmonika spielen – nur für den Hausgebrauch und ein paar Stammtische. Wolfgang Kaiser