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Elisabeth Stoeber

* 05.05.1909
† 26.04.2007
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Elisabeth Stoeber, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

29.04.2007 um 20:41 Uhr von Merkur /
Bis zum Schluss geistig rege -­ "ein Segen und Fluch zugleich" -­ akzeptierte sie ihre altersbedingten Gebrechen und ein Nervenleiden, das ihre Bewegungsfähigkeit einschränkte, keineswegs. Unermüdlich arbeitete sie an sich selbst, zwang sich, an Stöcken zu laufen, Gymnastik zu treiben und ließ sich aus Fachartikeln und Zeitungen vorlesen. Das kulturelle und politische Geschehen interessierte sie dabei genau so wie die griechische Götterwelt oder das Bepflanzen ihres Gartens. Der Nichte Christiane Ebersberger oblag die Organisation ihrer häuslichen Pflege, die in den letzten Jahren notwendig geworden war. "Vor kurzem waren wir noch in der Klinik, und Chefarzt Dr. Hartmut Michels hat uns den Stand der Bauarbeiten erklärt", erzählt Ebersberger. Natürlich hat die "Professora" auch dazu mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg gehalten. "An ihrem Lebenswerk, der früheren Rheuma-Kinderklinik, dem heutigen ,Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie’ nahm sie nach wie vor lebhaften Anteil", erzählt Michels, der oft mit ihr telefonierte und immer grünes Licht bekam, wenn aus dem "Stoeber-Fond" Gelder für wissenschaftliche Leistungen benötigt wurden. "Es war ihr wichtig, dass weiter geforscht wird", weiß Gerd Rössler vom Verein "Hilfe für das rheumakranke Kind", der ständig mit ihr im Kontakt war. "Sie hat mit Leib und Seele für die Klinik gelebt, sich mit unglaublicher Energie eingesetzt", meint auch Professor Hans Truckenbrodt, der die Einrichtung bis 1993 geleitet hatte. Nur so und mit größter Überzeugungskraft war es der Fachärztin, die schon im Münchner Haunerschen Kinderspital am "frühkindlichen Rheumatismus" geforscht hatte, 1951 auch gelungen, die nötigen Gelder über die Alliierten und den Lions-Club zu beschaffen, die "Rummelsberger Anstalten" als Trägereinrichtung zu gewinnen und die alte Tuberkulose-Klinik an der Gehfeldstraße in ein Kinderfachkrankenhaus zu verwandeln. Von 1952 bis 1974 leitete Stoeber die Einrichtung, die ständig erweitert wurde, auch eine Schwesternschule erhielt und über die Grenzen bekannt wurde. Ihr persönlicher Einsatz, aber auch Studienreisen, Forschungsarbeiten und der medizinische Austausch bei Tagungen sorgten neben der Sensibilisierung für das Krankheitsbild auch für immer bessere Behandlungsmethoden und gute Heilungschancen. Das war schönster Lohn für die aufopferungsvolle Arbeit der Vollblutmedizinerin. Mit ihr hat nicht nur die Fachwelt, sondern auch die Marktgemeinde eine große Persönlichkeit verloren. Von Margot Schäfer