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Edgar Kraus

* 09.12.1969
† 27.12.2006
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Über den Trauerfall (2)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Edgar Kraus, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

29.12.2006 um 12:00 Uhr von Merkur /
Kraus war genau von der Stelle gesprungen, wo er die Schlussszene für die Mordsgeschichten-Verfilmung "Tödliche Verbindungen" gedreht hatte. Die Krimikomödie um die Kommissare Walter Degenhart und Rio Hartmann ­ - sie wurde mit geringen finanziellen Mitteln, viel Herzblut und Leidenschaft produziert -­ feierte im Sommer mit über 3000 Kinobesuchern in Tölz einen riesigen Erfolg und soll im neuen Jahr in mehreren bayerischen Programmkinos laufen. Kraus hatte sich spontan dazu entschieden, mit einem Freund am Mittwoch zum Sprung an den Gardasee zu fahren, um mit der Kamera zu experimentieren. Nach Augenzeugenberichten kam sein Schirm ins Trudeln. Mit dem 35-jährigen Software-Entwickler verlieren nicht nur die Familie und die unzähligen Freunde einen lebenslustigen, aufgeschlossenen und allseits beliebten Menschen. Auch die Crew der Mordsgeschichten-Verfilmung trauert um den Produzenten, der sich unermüdlich für das Laien-Projekt einsetzte. Das Filmgeschäft machte ihm derart Spaß, dass er zuletzt seine Leidenschaft zum Beruf machte: Zahlreiche neue Projekte, darunter die Zusammenarbeit mit Discovery Channel, hatte der Technikbegeisterte schon avisiert. Auch einen Heimatfilm über Kriegsheimkehrer im Oberland wollte in Angriff nehmen. Der Lohn für seinen enormen Einsatz waren die Preise, die er alleine und zusammen mit dem Tölzer Markus Kleinhans beim Camgaroo-Award gewonnen hatte. Die Auszeichnung gilt als Oscar der Hobbyfilmer. Im vergangenen Jahr gewann er den dritten Preis für seinen Base-Jump-Film "A Slightly Different Cultural Experience". Kraus gehörte zum kleinen Kreis der Springer, die um die Welt reisen, um den Nervenkitzel zu erleben. Er war ein gefragter Ansprechpartner rund um die exotische Sportart, die er nach außen so rechtfertigte: "Manche Menschen brauchen tief in ihrem Inneren einfach ein bisschen Action." Zum Thema Tod sagte er vor wenigen Tagen: "Angst vor dem Tod habe ich keine, aber Respekt. Man stirbt sowieso, ob nun heute bei einem Autounfall oder morgen an einer Krankheit."

Von Annika Bata, Bad Tölz

04.01.2007 um 19:43 Uhr von Merkur /
Edi Du bleibst UNVERGESSEN und EINZIGARTIG