Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Dieter Meichsner, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
04.02.2010 um 17:23 Uhr von Merkur /Er habe sich "nie gescheut anzuecken, wenn es der Sache diente" und habe für das deutsche Fernsehen "Bahnbrechendes geleistet", würdigte NDR-Intendant Lutz Marmor Dieter Meichsner. Der ehemalige Fernsehspiel-Chef beim Norddeutschen Rundfunk, der seine letzten Lebensjahre in Lenggries verbrachte, ist am Montag im Alter von 81 Jahren verstorben.
Telestar, Ernst-Schneider-Preis, Goldene Kamera - es gibt kaum eine Auszeichnung, die der gebürtige Berliner für seine Fernsehspiele nicht gewonnen hat. Für etwa 700 Produktionen zeichnete er in seiner Jahrzehnte währenden Arbeit verantwortlich. Aber auch er selbst wurde geehrt: 1994 - drei Jahre nach seinem Eintritt in den Ruhestand - erhielt der Schriftsteller, Dramaturg, Drehbuchautor und Produzent den Grimme-Preis "für hervorragende Verdienste um das Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland". Bereits ein Jahr zuvor war ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen worden.
Meichsners Erfolge aufzuzählen, ist nahezu unmöglich: Er war einer der Erfinder der Krimiserie "Tatort", lieferte die Idee für die erfolgreiche Wirtschaftskrimi-Reihe "Schwarz Rot Gold", die über zehn Jahre lang lief, er machte Inge Meysel zur "Mutter der Nation" und entdeckte Regisseure wie Dieter Wedel und die Hollywood-Größe Wolfgang Petersen.
Vor ein paar Jahren zog Meichsner in den Isarwinkel - "dieser unglaublichen, wohl schönsten Region der Republik", wie er einmal im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Als prominenter Fernsehmacher fühlte sich Dieter Meichsner hier nicht: "Hier sagen die Leute immer: Aha, Sie sind also der Vater des bekannten Arztes", berichtete er seinerzeit schmunzelnd mit Blick auf Sohn Maximilian, der als Orthopäde in Bad Tölz arbeitet. (va)