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Christine Grösser

* 19.05.1949
† 21.09.2010
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Christine Grösser, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, München

07.10.2010 um 16:51 Uhr von Merkur /
"Heut gehn wir mal wieder zur Tinny" - viele Stammgäste besuchen gern die kleine Schankwirtschaft in der Birkensteinerstraße in Eichenau. Nun ist die langjährige Gastwirtin Christine "Tinny" Grösser im Alter von 61 überraschend einem Organversagen erlegen. Ehemann Adam Grösser will mit Tochter Serena das aufrechterhalten, was er mit seiner Frau aufgebaut hat. Denn die Schankwirtschaft "Zur Tinny" ist für viele Menschen eine beliebte Anlaufstelle für unkomplizierte Geselligkeit oder einen netten Ratsch, und die Kartler fühlen sich hier einfach wohl. "Wir möchten auf alle Fälle im Sinne meiner Frau weitermachen", sagt der Ehemann. Auch wenn der Dreh- und Angelpunkt verstorben ist, sollen die Stammgäste nach wie vor sagen: "Heut gehn wir mal wieder zur Tinny." Die Mutter der Verstorbenen, Rosa Wagner, betrieb seit 1956 an gleicher Stelle einen Kolonialwarenladen mit Bierausschank. Tinny besuchte in Eichenau die Volksschule. Nach einer Ausbildung zur Kauffrau bei der Baywa in Fürstenfeldbruck arbeitete sie mehrere Jahre in der Anzeigenabteilung einer Münchner Tageszeitung. In jungen Jahren war sie leidenschaftliche Sportlerin und Mannschaftsführerin in der Fußball-Damenmannschaft des damaligen Eisenbahner Sportvereins. Daneben bewies sie Organisationstalent: Mit fünf ehemaligen Klassenfreunden stellte sie alle zwei Jahre ein Klassentreffen auf die Beine. 1970 lernte sie ihren Zukünftigen beim Gewichtheben kennen. Tinny war Zuschauerin eines Wettkampfes zwischen den starken Männern. "Anschließend gingen wir alle in ihre Schankwirtschaft", erinnert sich Adam Grösser an die Zeit, als die beiden erste zarte Bande knüpften. 1971 eröffneten sie nach Umbau und Erweiterung ihr neues Lokal. 1978 wurden zwei Kegelbahnen im Keller in Betrieb genommen. Hier schieben bis heute die Kegelfreunde Schwarz-Rot Eichenau regelmäßig die Kugel. "Die Mama war sehr gesellig und mit Leib und Seele Wirtin", erzählt Tochter Serena. Dank ihres freundlichen, aufgeschlossenen Wesens wurde die Gaststube quasi zum zweiten Wohnzimmer für die Wirtsfamilie und die Gäste. "Streiten wollte meine Tinny mit keinem, sie ist richtig aufgeblüht als Wirtin", sagt der Ehemann. Manchesmal musste sie zwar ihr freundliches Durchsetzungsvermögen geschickt spielen lassen, wenn sich eine gemütliche Kartlerrunde gar nicht mehr auflösen wollte, aber sie hat sich auch selbst gern mit dazu gesetzt. Neben dem Hauptgeschäft, dem Bierausschank, war sich die Wirtin auch nicht zu schade, in der Küche zu stehen und ihren Gästen frische Hausfrauenkost zu servieren. "Sie kochte gut und gerne. Ihr Sauerbraten und die selbstgemachten Knödel waren ein Gedicht", schwärmt der Witwer. Tinny hinterlässt nicht nur in ihrer Familie eine große Lücke, sondern auch bei den Gästen, die immer wieder gern bei ihr einkehrten. ak