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Christa Wolf

* 18.03.1929
† 01.12.2011
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Christa Wolf, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion, München

07.12.2011 um 19:01 Uhr von Merkur /
Sie galt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart. Jetzt ist Christa Wolf im Alter von 82 Jahren verstorben. In Werken wie "Der geteilte Himmel", "Nachdenken über Christa T.", "Kindheitsmuster", "Kein Ort. Nirgends", "Kassandra" oder "Störfall" stellte die Schriftstellerin immer wieder Protagonisten in den Fokus, die von der deutschen Teilung gezeichnet waren. Für viele Menschen in ihrer Heimat DDR galt sie vor der Wiedervereinigung deshalb auch als moralische Instanz. Geboren wurde Wolf am 18. März 1929 in Landsberg an der Warthe, dem heutigen Gorzów Wielkopolski in Polen. Anrückende Sowjet-Truppen zwangen die Tochter des Kaufmanns Otto Ihlenfeld samt Familie 1945 zur Flucht. In Mecklenburg fanden sie zunächst eine neue Heimat. Die studierte Germanistin war auch Mitglied in der SED bis zu ihrem Austritt im Jahr 1989. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband und als Lektorin bei verschiedenen Verlagen. Außerdem war sie als Redakteurin bei der Zeitschrift neue deutsche literatur tätig. Als Schriftstellerin debütierte sie 1961 mit ihrer Moskauer Novelle über die Liebesbeziehung einer Ostberliner Ärztin zu einem russischen Dolmetscher. Nur zwei Jahre später gelang ihr mit "Der geteilte Himmel", einer Geschichte über eine an der deutschen Teilung scheiternde Liebe, der große Durchbruch. Der Roman wurde zu einem der meist diskutierten Werke der DDR. Die DDR-Nationalpreisträgerin hielt mit ihrer politischen Meinung nie hinter dem Berg. So protestierte sie offen gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Daneben unterstützte sie auch die Bürgerrechtsbewegung. Allerdings blickte Wolf auch auf einen - wie sie selbst sagt - "dunklen Punkt" in ihrem Leben zurück: So war sie als IM "Margarethe" auch als Spitzel für die Stasi tätig. Diesen Lebensabschnitt arbeitete sie in ihrem 2010 veröffentlichten Werk "Stadt der Engel" auf. Die Autorin wurde vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie den Heinrich-Mann-Preis, den Theodor-Fontane-Preis des Bezirkes Potsdam, den Georg-Büchner-Preis, den Thomas-Mann-Preis und den Deutschen Bücherpreis. Auch für den Literatur-Nobelpreis war sie mehrfach im Gespräch, erhielt diese Auszeichnung aber nie. Privat fand Wolf 1951 mit der Hochzeit mit dem Schriftsteller Gerhard Wolf ihr Glück. Mit ihm hatte sie zwei Töchter. Gerhard Wolf war auch zugegen, als die DDR-Autorin am 1. Dezember 2011 nach langer Krankheit im Berliner St.-Hedwig-Krankenhaus verstarb.