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Bruni Löbel

* 20.12.1920
† 27.09.2006
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Bruni Löbel, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

05.10.2006 um 10:52 Uhr von Merkur /
Zusammen mit TV-Förster Christian Wolff hat Löbel die Erfolgsserie "Forsthaus Falkenau" geprägt. "Für mich ist das besonders traurig, weil die Bruni und ich ja 18 Jahre miteinander gedreht haben", sagte Wolff. "Sie stand mir immer zur Seite. Ich konnte alles Berufliche und Private mit ihr besprechen. Teilweise ist sie mir fast eine Ersatzmutter geworden. Ich bin tief traurig." Für die Zuschauer ist die beliebte Schauspielerin noch bis Ende Dezember in der 17. Staffel der ZDF-Serie zu sehen. Löbel hatte sich zuvor entschieden, aus "Forsthaus Falkenau" auszuscheiden. Kurz vor ihrem 85. Geburtstag am 20. Dezember vergangenen Jahres sagte sie: "Am Anfang war ich der Mittelpunkt. Ich habe die Kinder huckepack getragen und ins Bett gebracht. Aber jetzt sind sie alle erwachsen geworden. Und nur Petersilienbeilage zu sein, lag mir noch nie." Mit ihrem Ausstieg wollte sich Löbel, deren Mann Holger Hagen bereits 1998 starb, mehr Zeit für das Privatleben nehmen. "Jetzt kann ich endlich zu mir selbst kommen", sagte sie im vergangenen Jahr und fügte hinzu: "Ich bin wie ein alter Gesteinsbrocken - wenn man ihn aufschlägt, kommen noch sehr viele schöne Kristalle zum Vorschein." Bereits als 15-Jährige stand die Tochter eines Fabrikanten in Molières "Der eingebildete Kranke" in ihrer Heimatstadt Chemnitz auf der Bühne. Nach ersten kleineren Rollen ging es mit Löbels Schauspielkarriere steil bergauf, als sie 1939 in der UFA-Verfilmung von Nico Dostals "Heimatland" ihre erste Filmrolle bekam. Bei den Marburger Festspielen debütierte sie im selben Jahr als Hermia in Shakespeares "Sommernachtstraum". Sie spielte gemeinsam mit Martin Held und Gert Fröbe, die damals noch relativ unbekannt waren. Im Film spielte sie dann als "muntere Naive" zahlreiche Hauptrollen. Ihre eigentliche Liebe gehörte aber immer dem Theater. Einen großen Bühnenerfolg erzielte sie nach dem Krieg in Avery Hopwoods "Der Mustergatte" zusammen mit Heinz Rühmann, mit dem sie mehr als 600 Mal auf nahezu allen größeren deutschsprachigen Bühnen stand. Auch Hollywood-Stars wie Joseph Cotten, Robert Cunningham oder Montgomery Clift zählten zu ihren Partnern. Besonders gern und mit großem Erfolg stand sie in München auf der Bühne. Als "Schauspielsoubrette großen Stils" wurde sie von der Kritik nach ihrem Auftritt in Lope de Vegas' "Tumult im Narrenhaus" gepriesen. Auch wenn die vergangenen Jahre vor allem durch ihre TV- Arbeit geprägt waren, hatte Löbel gemeinsam mit ihrem 1998 gestorbenen Mann, dem Schauspieler Holger Hagen, immer versucht, neben dem Fernsehen auch Theater zu spielen. "Doch die Serien nahmen einfach überhand", erzählte Löbel einmal. Über die Dreharbeiten zu "Forsthaus Falkenau" hat sie gesagt: "Es war schon ein sehr anstrengendes Geschäft - mit dem Wetter, den Kindern und Tieren, die nie das Drehbuch gelesen haben." Am wohlsten fühlte Löbel sich auf ihrem alten bayerischen Bauernhof. Die Beisetzung soll nach Angaben des Sohnes im engsten Familien- und Freundeskreis erfolgen. Die Gedenkfeier für die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin findet in der Komödie im Bayerischen Hof statt. Ein Termin werde noch bekannt gegeben, sagte Bronner. (dpa)