Über den Trauerfall (2)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Berthold Hartelt, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Garmisch-Partenkirchen
13.02.2015 um 11:23 Uhr von Merkur /Garmisch-Partenkirchen – Über 11 000 frenetische Fans, ausverkauftes Haus. Als der Kapitän des SC Riessersee die Meisterschale in Empfang nimmt, bebt das Olympia-Eisstadion. Diesen größten Moment seiner sportlichen Karriere hat Berthold „Buale“ Hartelt nie vergessen. Am Dienstag starb eine der Säulen dieser legendären Meister-Mannschaft von 1978 nach schwerer Krankheit im Alter von nur 66 Jahren in Garmisch-Partenkirchen.
Die heimische Eishockey-Szene trauert nicht nur um einen echten Kämpfer mit Herz, sondern auch um einen Mann, der das Leben liebte und sein Umfeld mit seiner positiven Energie ansteckte. „Der Buale war eben der Buale“, versucht Peter Gailer seinen meisterhaften Mitspieler zu beschreiben. Umso schlimmer für ihn, als er vor einiger Zeit noch einmal Berthold Hartelt bei einem Heimspiel des SCR im Stadion sah – gefesselt an einen Rollstuhl.
Die Lebensenergie war scheinbar erloschen bei dem einst feurigen Stürmer, der mit seiner impulsiven Art jeden mitriss. „Der Buale war immer positiv, verbreitete immer gute Stimmung, einfach ein Gaudibursch“, sinniert der ehemalige SCR-Verteidiger Ignaz Berndaner, der Hartelt einen großen Anteil an der sensationellen Meisterschaft 1978 zuschreibt. „Weil er die Mannschaft zusammengehalten hat“, ergänzt mit Peter Wasl ein weiterer dieser unvergessenen Titelträger.
Mit seinen 30 Jahren zählte „Buale“ Hartelt in der Saison 77/78 zu den erfahrenen Kräften im jungen SCR-Team. Seit 1968 stürmte er für den SCR in der Bundesliga. Doch für einen Spaß war der Sportlehrer immer zu haben. „Er hat halt ein paar Sachen gemacht, die andere nicht machen“, erzählt Gailer und schweigt sich über Details aus. „Mit seinen unglaublichen Anekdoten wird der Buale mir persönlich immer in Erinnerung bleiben“, meint Franz Reindl, langjähriger Sturmkollege und inzwischen Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes.
Auch mit zunehmend reiferem Alter sei der Meister-Kapitän „immer jung“ geblieben, erklärt Berndaner das Phänomen Hartelt, der nicht nur am Puck stark war, sondern auch als Skifahrer, Tennisspieler oder Fußballer. Seine sportlichen Gene hat der „Buale“ nahtlos an seine Tochter Anna (27) weiter vererbt, die als Curlerin auch schon Deutsche Meisterschaften einfuhr – natürlich für den SC Riessersee. Dem Klub, den ihr Vater immer im Herzen hatte.
Christof Schnürer
Traueranzeige
13.02.2015 um 11:19 Uhr von Merkur /