Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Avina Maria Pelland, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
09.09.2009 um 15:21 Uhr von Merkur /In Ndanda, im afrikanischen Tansania, das Schwester Avina (Maria) Pelland seit über 50 Jahren zur zweiten Heimat geworden ist, wollte sie sterben und begraben werden. Nun ist sie, neun Monaten nach ihrem 90. Geburtstag, am Montagmorgen verstorben.
Die Woche zuvor hatte sie noch im Nähzimmer - wie immer - am Vormittag ihre Flickarbeiten verrichtet, dankbar, noch nützlich sein zu können. Am Samstag verschlechterte sich ihr Zustand, und begleitet von den benediktinischen Mitschwestern, ging sie gläubig dem Tod entgegen. Zuvor grüßte sie alle, auch ihre Angehörigen in der Peißenberger Heimat, und dankte mit einem "Vergelt's Gott für alles, alles", berichtet Diakon Stefan Reichhart.
Pelland wurde am 8. Januar 1919 in Peißenberg geboren und wuchs dort mit drei Geschwistern auf. 1940 trat die gelernte Näherin in den Orden der Missionsbenediktinerinnen ein. 1959 ging sie ganz nach Ndanda, wo sie eine Hebammenschule aufbaute mit Unterricht in Kinderpflege und Vorsorgeuntersuchung. Doch hat Schwester Avina auch selbst den werdenden Müttern als Hebamme beigestanden, am Schluss ihrer Tätigkeit waren es 1200 Geburten pro Jahr. Wie vielen Babys sie geholfen hat, das Licht der Welt zu erblicken, "das weiß der liebe Gott".
1981 legte Schwester Avina die Schule, die inzwischen eine international anerkannte Krankenpflegeschule mit Hebammenausbildung ist, in jüngere Hände. Danach arbeitete sie bis vor ein paar Jahren in der Nähstube des Klosters in ihrem zuerst gelernten Beruf weiter. Infolge ihrer angegriffenen Gesundheit durch häufige Malaria und Arthrose lebte sie inzwischen auf der Krankenstation des afrikanischen Klosters. Doch immer noch hielt sie brieflich Kontakt zu einigen Peißenbergern.