Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Arthur Scharmann, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
18.04.2012 um 17:04 Uhr von Merkur /Arthur Scharmann ist tot. Der Physiker war vor allem auf den Gebieten der Festkörperphysik, Atomphysik, Angewandten Kernphysik und Medizinischen Physik tätig und wurde für sein Wirken mit drei Stufen des Bundesverdienstkreuzes ausgezeichnet - zuletzt 1993 mit dem Großen Verdienstkreuz. Am 13. April 2012 verstarb er in seinem Haus in Gießen im Alter von 84 Jahren.
Nach seinem Physikstudium in Marburg und Gießen, wo er 1951 die Diplomprüfung ablegte, promovierte er 1955 Wilhelm Hanle und habilitierte sich vier Jahre später in Gießen. An der dortigen Justus-Liebig-Universität wurde er später Professor, Direktor des I. Physikalischen Instituts, war fünfmal Dekan seines Fachbereichs und von 1975 bis 1977 Vizepräsident. Er wurde 1996 emeritiert.
Scharmann ist Autor beziehungsweise Koautor von über 700 wissenschaftlichen Publikationen. Der Physiker war unter anderem an der Entwicklung von Ionentriebwerken beteiligt, die noch heute in der Raumfahrt angewendet werden. Darüber hinaus erwarb er sich zahlreiche Meriten vor allem in der Kernphysik. So war er maßgeblich am Aufbau des Strahlenzentrums der Justus-Liebig-Universität beteiligt.
Als gefragter Fachmann war er Mitglied der Schutzkommission beim Innenministerium, der Strahlenschutzkommission beim Umweltministerium sowie des Sicherheitsbeirates des Kernkraftwerks Biblis. Darüber hinaus gehörte er von 1965 bis 1969 der Vorstandschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft an, die letzten beiden Jahre davon als Vizepräsident.
Der Ehrendoktor der Universitäten Toulouse, Nizza und Duisburg betreute gemeinsam mit den fünf Professoren seines Instituts rund 120 Doktorarbeiten. An seinem Lehrstuhl entstanden etwa 180 Diplom- und Staatsexamensarbeiten. Dem am 26. Januar 1928 in Darmstadt geborene Scharmann wurde 1988 der Doctor of Science der University of New South Wales in Sydney verliehen. 1989 wurde er zudem mit der Röntgen-Plakette der Stadt Remscheid ausgezeichnet.